Radsport

Radsport-Ost: Ein langsamer, erfolgreicher Tod

Fast drei Viertel aller deutschen WorldTour-Siege seit der Wiedervereinigung gehen auf ostdeutsche Fahrer zurück. Doch die Talentschmiede, die André Greipel, Erik Zabel und Jan Ullrich hervorbrachte, wird immer dünner – und der Verband sucht nach Antworten.

9 Min
Radsport in Ostdeutschland: Der Niedergang einer Bastion

Radsport in Ostdeutschland: Der Niedergang einer Bastion

© Werner Schulze/imago

283 von 390. Wer die Statistik deutscher Radsportsiege in der WorldTour ab 1991 durchgeht, stößt auf eine Zahl, die selbst Kenner überrascht: 72,6 Prozent aller Siege holten Fahrer, die in Ostdeutschland geboren wurden. André Greipel aus Rostock führt die Liste mit 57 Siegen an, dahinter Erik Zabel aus Ost-Berlin mit 49, Tony Martin aus Cottbus mit 33, Marcel Kittel aus Arnstadt in Thüringen mit 32. Gewiss verzerren Sprinter diese Statistik: Viele Etappenrennen enden im Massensprint, und Deutschland hatte über Jahre die besten Sprinter der Welt. Doch auch der jüngste deutsche Sieg bestätigt das Muster: Als Max Kanter am 9. März bei Paris-Nizza seine erste WorldTour-Etappe im Sprint gewann, war es der erste Sieg eines ostdeutschen Fahrers seit 2021 – und ein Schlaglicht auf einen schleichenden Wandel.

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