Horst Janisch hat an alle "zuständigen Behörden" in Deutschland geschrieben. In dem Schreiben wünscht sich der Kreuzberger Klempnermeister, dass Andre Makiadi eine Arbeitserlaubnis bekommt. Dann könnte Janisch den Kongolesen in seiner Installationsfirma einstellen. Doch dem Afrikaner droht wie seiner Frau und den beiden an Bronchitis leidenden Kindern die Abschiebung. Bis zur Abschiebung darf der 38-Jährige - wie alle Flüchtlinge - keine Arbeit annehmen. Ähnlich geht es der kurdischen Familie Bilkay, die in ihrer Heimat die Ermordung einer Tochter mit ansehen musste. Die Mutter wurde während der Schwangerschaft schwer misshandelt.Viel Hoffnung gibt es nicht mehr: Die Härtefallkommission hat einen Daueraufenthalt der Familien zwar einstimmig befürwortet, Innensenator Ehrhart Körting (SPD) widersetzte sich aber dem Vorschlag. Robin Bah von der Konfliktberatungsstelle für Flüchtlinge wirft Körting "völlig undurchschaubare" Entscheidungen vor. Es sei unklar, nach welchem Prinzip manche Familien abgeschoben werden, andere wiederum bleiben dürfen. Nach oft langen Gerichtsverfahren für ein Aufenthaltsrecht beobachten Flüchtlingsgruppen in diesen Wochen eine verstärkte Abschiebungswelle. Afrikaner werden laut Robin Bah fast alle abgeschoben, 97 Prozent der Asylanträge abgelehnt. (mm.)------------------------------Foto: In Berlin nicht erwünscht: das Ehepaar Makiadi mit dem einjährigen Enoki.
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