Flüsschen wurde für 7,8 Millionen Euro ökologisch saniert

Das Wasser bleibt im Tal der Wuhle

Birgitt Eltzel
2 Min

MARZAHN-HELLERSDORF. Es war eines der größten und teuersten Projekte der vergangenen Jahre zum Arten- und Naturschutz in Berlin, gestern wurde es abgeschlossen. Für 7,8 Millionen Euro ist das Flüsschen Wuhle seit 2006 umfassend ökologisch saniert worden. Die Mittel kamen vom Land Berlin und aus dem Umweltentlastungsprogramm der EU.Noch vor fünf Jahren gab es Befürchtungen, das fast 20 Kilometer lange Wuhletal zwischen Ahrensfelde und Köpenick könnte austrocknen. Seit die Berliner Wasserbetriebe 2003 das Klärwerk Falkenberg schlossen, floss weniger Wasser in den Klärwerksableiter, die Neue Wuhle. Die Wasserversorgung von fast 150 Hektar Fläche zwischen der Stadtgrenze und der Bundesstraße 1/5 drohte zu versiegen. 23 geschützte und viele weitere Tierarten und 250 Farn- und Blütenpflanzen waren bedroht.Wolfgang Clemens von der Lokalen Agenda 21 hatte schon seit Mitte der 1990er-Jahre vor einer Trockenzeit im Gebiet gewarnt. Gestern zeigte er sich hoch zufrieden. "Es ist gelungen, das Wasser im Tal zu halten", sagte er. Der Grundwasserspiegel wurde angehoben, dazu wurde die Gewässersohle bis zu einem Meter erhöht. Auf zwölf Kilometer Länge wurden die Uferbereiche der Wuhle naturnah durchlässig gestaltet. Es wurden an Gebirgsflüsse erinnernde Staustufen errichtet, die aber für Fische und Kleintiere keine unüberwindbaren Hindernisse sind. Biotope wurden miteinander verbunden und Fußgängerbrücken als Wegeverbindung über Alte Wuhle (Naturwuhle) und Neue Wuhle errichtet. Zudem wurden 50 000 Tonnen belasteter Schlamm aus dem Fluss und den Kaulsdorfer Teichen nahe dem Bahnhof Wuhletal entfernt.Nächstes Vorhaben PankeStadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) sieht mit dem Projekt wichtige Ziele verwirklicht. "Berlin ist vor wenigen Wochen dem Countdown 2010 beigetreten, einer freiwilligen Verpflichtung, die Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen in der Region zu erhalten." Die Sanierung der Wuhle habe nicht nur dazu beigetragen, das Gebiet für die Anwohner als Erholungsraum zu sichern, "es wurde ein Stück Lebensqualität für ganz Berlin gestaltet". Darum gehe es auch beim nächsten Vorhaben, der Renaturierung der Panke. Sie verläuft teilweise in einem begradigten Bett, in der City ist sie kaum zu sehen. Ab 2010 soll auch die Panke wieder zum natürlichen Berliner Fluss werden - "mit ähnlich gestalteten Uferbereichen wie an der Wuhle", sagt Junge-Reyer.------------------------------Foto: Dieser Stein im Fluss erinnert an die Renaturierung der Wuhle. Durch den Einbau von natürlichen Staustufen, durchlässigen Ufern und anderen Maßnahmen bleibt das Wasser länger im Wuhletal, auch bei Sommerhitze.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner