Zugegeben, sanft und lautlos gleiten die Güterzüge der Deutschen Bahn nicht gerade über die Gleise, wenn sie sich im Rheintal zwischen Speyer und Boppard in die Kurven legen oder im Bahnhof Berlin-Schöneweide die Vollbremsung einleiten. Dennoch ist die Bahn im Vergleich zum Lkw das deutlich umweltfreundlichere Verkehrsmittel. In den letzten Jahren war es ihr dank des boomenden globalen Handels sogar gelungen, wieder ein wenig Marktanteile vom Lkw zurückzugewinnen. Doch nun ist die Bahn dabei, diese bescheidene Aufholjagd für lange Zeit zu stoppen. Nach Angaben der Gewerkschaft Transnet plant der Konzern den Abbau von rund 7 000 Arbeitsplätzen im Güterverkehr. Damit wäre jede vierte Stelle bei der Bahntochter DB Schenker Rail bedroht.Fakt ist: Die weltweite Krise hat auch die Bahn kräftig getroffen. Sie ist wichtigster Transporteur von Schlüsselindustrien wie dem Automobilbau, der Chemie und der Stahlbranche. Der Einbruch in der Industrie führte zu erheblich weniger Transportaufträgen, teilweise gingen sie um bis zu 40 Prozent zurück. Die Folge: Rund 35 000 der 140 000 Güterwagen der Bahn werden derzeit nicht gebraucht. Um halbwegs wirtschaftlich agieren zu können, sollen Stellen wegfallenLangfristig ist das nicht gedacht. Denn irgendwann zieht die Konjunktur wieder an, erste Vorboten, etwa in der Chemie, gibt es bereits. Die Bahn sollte aufpassen, dass ihr nicht die Leute fehlen, wenn der Handelsboom neu entfacht ist. Zudem werden durch die aktuellen Pläne komplette Standorte unwiederbringlich vom Schienengüterverkehr abgehängt. Der Profiteur wird der Lkw sein, die Bahn wird weiter Marktanteile verlieren. Das kann nicht das Ziel sein. Die Gewerkschaft Transnet schlägt deshalb vor, in Aussicht gestellte Mittel aus dem Konjunkturpaket II des Bundes in die beschleunigte Ausrüstung der Güterwagen mit der sogenannten Flüsterbremse zu investieren. Das würde Tausenden derzeit nicht benötigten Mitarbeitern vorübergehend Arbeit geben. Nicht nur deshalb wäre das Geld gut angelegt. Die Flüsterbremse bringt quietschende Wagons nämlich zum Schweigen. Damit wäre die Bahn nicht nur umweltfreundlich, sondern obendrein auch noch leise.
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