Luftahrt

Flughafen BER: Nirgendwo in Deutschland gibt es öfter Drohnenalarm

37 Drohnensichtungen seit Januar, mehr als an jedem anderen deutschen Airport. Erst Mittwoch stand der Verkehr am BER wieder still. Flüge mussten nach Hamburg und Dresden ausweichen.

4 Min
Der Flughafen Berlin-Brandenburg (BER). Weil eine Drohne gemeldet wurde, stand der Flugbetrieb am Mittwochabend vorübergehend still.

Der Flughafen Berlin-Brandenburg (BER). Weil eine Drohne gemeldet wurde, stand der Flugbetrieb am Mittwochabend vorübergehend still.

© Christophe Gateau/dpa

Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ist Spitze – was die Zahl der Drohnensichtungen anbelangt. Auf keinem anderen deutschen Airport sind 2026 bisher so viele unbefugte Flugobjekte gemeldet worden. Mittwochabend war wieder mal der Verkehr am BER eingestellt worden, nachdem eine Drohne gemeldet worden war. Jetzt nannte die Deutsche Flugsicherung (DFS) auf Anfrage der Berliner Zeitung neue Zahlen.

In diesem Jahr wurden von Anfang Januar bis Ende August insgesamt 37 Drohnensichtungen registriert. Das teilte ein Sprecher der DFS am Donnerstag mit. Damit nehme der BER in Deutschland eine Spitzenstellung ein, bestätigte er.

Im vergangenen Jahr gab es am neuen Schönefelder Flughafen neun Vorfälle dieser Art. 2024 kam es zu 15 Drohnensichtungen, berichtete die Deutsche Flugsicherung.

Drohnensichtung am BER: Das waren die Folgen

Nicht in allen Fällen musste der gesamte Flugbetrieb am BER eingestellt werden. Teilweise reichte es auch, lediglich eine der beiden Start- und Landebahnen zu sperren, erklärte der Sprecher. Drohnenmeldungen kommen aus verschiedenen Quellen. Mal sind es Menschen, die auf dem Flughafen arbeiten, mal Flugzeugbesatzungen. Im jüngsten Fall stammte die Meldung dem Vernehmen nach von der Besatzung eines Flugzeugs im Landeanflug auf den BER.

Längst nicht immer werden nach solchen Hinweisen tatsächlich Drohnen gefunden. Auch am Mittwochabend führten Nachforschungen der Bundespolizei zu keinem Fund.

Um 19.58 Uhr wurde gemeldet, dass eine Drohne über dem BER fliege. Daraufhin wurde die Nordpiste des Hauptstadtflughafens für Starts und Landungen gesperrt. Um 20.20 Uhr war dann auch die Südpiste dicht, und auf dem gesamten Airport ruhte der Verkehr. Erst um 21.05 Uhr wurden beide Start- und Landebahnen am BER wieder freigegeben.

Die Folgen waren gravierend. Flugzeuge wurden in Warteschleifen geschickt. Maschinen, die auf dem neuen Schönefelder Flughafen landen sollten, wichen nach Dresden, Hannover, Leipzig/Halle und Hamburg aus. Betroffen waren unter anderem Flugzeuge aus Budapest, Düsseldorf, Dublin, München sowie Kopenhagen.

Die Ermittlungen zu der Drohnensichtung führt die Brandenburger Polizei. Eine heiße Spur zu einem mutmaßlichen Verursacher hat sie bislang nicht.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Harte Strafen für illegale Drohnenflüge

„Unsere Aufgabe ist, Luftfahrzeuge sicher, geordnet und flüssig zu lotsen. Hierzu zählt auch, Piloten über gesichtete Drohnen zu informieren und gegebenenfalls Start- und Landefreigaben an Flughäfen aus Sicherheitsgründen vorübergehend auszusetzen“, erklärte eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung in Langen.

Die Strafen für unerlaubte Drohnenflüge am Flughafen seien hoch. Solche Flüge könnten von einem Gericht als gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr bewertet werden und somit einen Straftatbestand erfüllen, rief die Sprecherin in Erinnerung. Eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren sei möglich, sagte sie. Beschrieben wird das in Paragraf 315 des Strafgesetzbuchs unter „Gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr“.

In ihrem Drohnen-Report dokumentiert die DFS regelmäßig bekannt gewordene Behinderungen von Luftfahrzeugen durch unbemannte Luftfahrzeugsysteme (UAS), ferngesteuerte Luftfahrzeugsysteme (RPAS) oder Modellflugzeuge. Die Zahl solcher Vorfälle ist in Deutschland gestiegen. 2019 wurden 125 Vorfälle dieser Art registriert.

Der Drohnen-Report der Flugsicherung: neue Zahlen

2024 waren es schon 161, im vergangenen Jahr dann 225 und in diesem Jahr bis Ende August 261. Der Anteil der Behinderungen, die sich an Flughäfen ereigneten, nahm um 90 Prozent zu.

2025 stand der Flughafen Frankfurt am Main mit 47 Behinderungen an der Spitze der Statistik. Das hat sich in diesem Jahr geändert.

Nun nimmt der BER den Spitzenplatz ein. Auf Platz zwei liegt Leipzig mit insgesamt 33 Vorfällen von Anfang Januar bis Ende August 2026. Auf Platz drei folgt Frankfurt am Main mit 31 Sichtungen, dahinter Köln/Bonn (29). Relativ wenige Vorfälle wurden in Erfurt (3) und Dresden (2) registriert, so der Report.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner