Flugzeugmotor setzte über dem Stettiner Haff aus

Berlinerinnen bei Notlandung schwer verletzt

Matthias Gebauer
2 Min

Aus bisher ungeklärter Ursache sind am Sonntag nachmittag zwei Berlinerinnen und ein Pilot aus Süddeutschland mit einem Sportflugzeug an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns nahe Uekkermünde notgelandet. Die 49jährige Jutta S. erlitt schwere Kopfverletzungen und mußte nach einer ersten Behandlung in eine Spezialklinik nach Neustrelitz geflogen werden. Ihr Zustand ist kritisch. Die 40jährige Regina J. erlitt leichte Verletzungen und wurde ins Krankenhaus Ueckermünde gebracht. Der Pilot blieb unverletzt. Urspünglich wollten Regina J. und Jutta S. mit dem viersitzigen Sportflugzeug zu einem Kurzausflug auf die Insel Usedom fliegen und waren gegen 14.50 Uhr auf dem Sportflugplatz Finowfurt in Brandenburg gestartet. Am Steuer des einmotorigen Flugzeugs der amerikanischen Firma "Mooney" saß der 63jährige Richard S. aus Frikkershausen in Süddeutschland, der als erfahrener Pilot gilt. "Der Mann hat bereits 5 000 Flugstunden absolviert", so ein Sprecher der Polizei in Anklam. Mit seiner Maschine bietet der Pilot für Touristen Tagestouren nach Usedom an. Bis Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern verlief der Flug nach Usedom problemlos. "Der Pilot meldete sich regulär bei uns an", so der Flugleiter des Flughafens Heringsdorf. Bei Uekkermünde flog der Pilot dann über das Stettiner Haff, das zwischen dem Festland und der Insel Usedom liegt. Die Flugstrecke über dem Wasser beträgt knapp sechs Kilometer. Nach Angaben des Piloten sei nach etwa zwei Kilometern plötzlich über dem Wasser der Motor ausgefallen. "Der Pilot drehte sofort, um die Maschine auf dem Festland zu Boden zu bringen", so der Anklamer Polizeisprecher. Nach Angaben von Augenzeugen verlor die Maschine während des Flugs zur Küste dramatisch an Höhe. Nur wenige hundert Meter hinter der Küste, nahe der Ortschaft Mönkebude setzte die Maschine schließlich auf, dabei brach das Fahrwerk ab. Erst nach etwa dreißig Metern kam sie auf dem holprigen Ackerboden zum Stehen. Schon nach wenigen Minuten fing das Flugzeug Feuer. Nachdem der Pilot mit eigener Kraft aus der Maschine steigen konnte, half er den beiden verletzten Berlinerinnen aus den Wrackteilen. Anschließend löschte die Feuerwehr den Brand.Die Unglücksursache ist noch völlig unklar. Spezialisten des Bundesluftfahrtamtes in Braunschweig begannen mit den Untersuchungen zur möglichen Gründen. Nach ersten Angaben scheint menschliches Versagen ausgeschlossen zu sein.

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