Puerto Rico

Pan-Am-Wrack nach 74 Jahren gefunden – der Absturz veränderte Flüge bis heute

74 Jahre lang lag es unentdeckt auf dem Meeresgrund. Jetzt hat ein Suchteam das Wrack der Pan American Airways-Maschine „Clipper Endeavor“ vor Puerto Rico gefunden.

4 Min
Eine Douglas DC-4 von Pan American World Airways (Symbolbild)

Eine Douglas DC-4 von Pan American World Airways (Symbolbild)

© Gemini Collection/imago

Fast ein Dreivierteljahrhundert lang war unklar, wo genau die Maschine liegt. Jetzt wurde die Maschine der „Clipper Endeavor“ von Pan American Airways vor der Nordküste Puerto Ricos gefunden – rund 600 Meter tief auf dem Grund des Atlantiks. Das berichten CNN und Reuters unter Berufung auf den Discovery Channel und die beteiligte Air/Sea Heritage Foundation.

Die Douglas DC-4 war laut Reuters am 11. April 1952 kurz nach dem Start ins Wasser gestürzt. An Bord: 64 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder. 52 Menschen starben. Der Absturz führte zu tiefgreifenden Reformen in der Luftfahrt – und ist bis heute spürbar, wenn vor dem Abflug die Sicherheitseinweisung läuft.

Wie das Wrack nach 74 Jahren entdeckt wurde

Das Suchteam ortete das Wrack laut den Berichten am 2. Juni mit hochauflösendem Sonar in rund 600 Metern Tiefe. Beteiligt waren die Air/Sea Heritage Foundation, das Unternehmen Deep Sea Vision und die Discovery Channel-Sendung „Expedition Unknown“.

Ein Forschungsschiff mit einem der modernsten Sonarsysteme der Welt passierte laut CNN genau die eingegrenzte Suchzone – und stoppte für 48 Stunden, um zu helfen. „Es tauchte etwa 30 Stunden lang ab und scannte den Meeresboden in unserem Zielgebiet, kam zurück an die Oberfläche, und da war es“, sagte Josh Gates, Moderator von „Expedition Unknown“.

Das Wrack war in zwei Teile zerbrochen. Eine anschließende Fotoauswertung identifizierte die Maschine : Auf den Bildern sind das geflügelte Pan-Am-Logo und der Name des Flugzeugs klar zu erkennen, teilte Discovery nach Angaben des Senders mit.

Absturz im Jahr 1952

Die Maschine war nach Angaben der Pan Am Historical Foundation auf dem Weg nach New York, als sie kurz nach dem Start beide rechten Triebwerke verlor. Der Pilot musste kurze Zeit später eine harte Notwasserung durchführen.

An Bord gab es Rettungsinseln und Schwimmwesten für alle. Trotzdem brach Chaos aus. Laut Discovery gab es keine Sicherheitseinweisung, es bestand eine Sprachbarriere, und ein koordiniertes Evakuierungsverfahren fehlte, wie CNN berichtet.

Das Flugzeug sank in weniger als drei Minuten. Zwar retteten die US-Küstenwache und die Air Force 12 Passagiere und alle fünf Besatzungsmitglieder. Die übrigen 52 Menschen an Bord kamen ums Leben.

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Absturz veränderte die Luftfahrt

Der Absturz veränderte die Luftfahrt. Die Civil Aeronautics Board, ein Vorläufer der heutigen US-Luftfahrtbehörde FAA, schlug laut CNN in ihrem Bericht aus dem Jahr 1952 Änderungen der Luftverkehrsvorschriften vor – für „ein höheres Maß an Sicherheit“ auf Flügen über Wasser.

Zu den umgesetzten Vorschlägen gehörte die Sicherheitseinweisung vor dem Start: Passagiere erfahren seitdem, wo sie Schwimmwesten, Rettungsinseln und Notausgänge finden und wie sie sie benutzen.

„Jedes Mal, wenn Sie heute in ein Flugzeug steigen, sind Sie sicherer wegen dem, was der ‚Clipper Endeavor‘ und ihren Passagieren vor einem Dreivierteljahrhundert passiert ist“, sagte Josh Gates in der Mitteilung.

Zwei Überlebende leben bis heute

Von den Geretteten leben CNN zufolge noch zwei Menschen. Eine Frau, heute 102 Jahre alt, war demnach damals als Krankenschwester in ihren Zwanzigern an Bord und half laut Gates entscheidend dabei, die Flugzeugtür zu öffnen und Passagiere hinauszulassen.

Der zweite Überlebende war ein Baby, das treibend auf der Wasseroberfläche gefunden und von den Rettern wiederbelebt wurde. Beide seien sehr bewegt gewesen, als sie erfuhren, dass das Wrack endlich gefunden wurde.

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