Fort Hahneberg ist eine beliebte Adresse für Einbrecher. Diebe decken sich dort regelmäßig mit Werkzeug wie Hammer, Schubkarre und Schippe ein, haben es aber auch auf militärhistorische Funde wie Stahlhelme und Gasmasken aus dem Zweiten Weltkrieg abgesehen. Die Schadenssumme beläuft sich schon auf 10 000 Mark.Die 60 Hektar große Wehranlage an der Heerstraße, die sich seit 1990 im Besitz des Bundes befindet, ist nur mit einem 2,50 Meter hohen und 1,6 Kilometer langen Zaun geschützt, der noch aus den Beständen der Nationalen Volksarmee (NVA) stammt. An einigen Stellen wurde Stacheldraht gezogen. "Wir brauchen dringend einen Wachschützer, der nachts mit einem Hund auf Patrouille geht", sagt Gerd Steinmöller (66) von der Arbeits- und Schutzgemeinschaft Fort Hahneberg, "doch dafür fehlt uns das nötige Geld." Der 43 Mitglieder zählende Verein pflegt das unter Denkmalschutz stehende Fort seit fünf Jahren.Nach Auskunft von Gerd Steinmöller sind Diebe schon mehrfach nachts in zwei ehemalige Pulverkammern eingebrochen, in denen die Werkzeuge und die militärhistorischen Fundstücke aus dem Fort lagerten. Um die Räume besser zu schützen, wurden massive Stahltüren eingebaut. Außerdem brachten Vereinsmitglieder Gitter vor zwei Lüftungsschächten, die in die Pulverkammern führen, an. "Solange wir nichts mehr gegen Einbrecher unternehmen können, wird auch aus unserem geplanten Museum über die Geschichte des Fort Hahneberg nichts", so Steinmöller. Die Polizei sieht keine Möglichkeit, das Gelände rund um die Uhr zu bewachen. "Dafür haben wir viel zuwenig Personal in unserem 53 Quadratmeter großen Revier", sagt Polizeioberrat Uwe Pahl vom zuständigen Abschnitt 23.Den bisher wertvollsten Fund aus dem Fort Hahneberg brachte der ehemalige Kunstamtsleiter Steinmöller deshalb anderswo in Sicherheit. Vor acht Jahren wurde bei der Freilegung eines verschütteten Ganges eine Holzkiste mit Tafelsilber aus der Wilhelminischen Ära entdeckt. Die 30 gut enthaltenen Stücke lagern in der Spandauer Zitadelle.Zehn Kisten voller Tafelsilber aus dem einstigen Besitz der Spandauer Garnison sind bis heute verschollen. "Meine Nachforschungen ergaben, daß sie von den Nationalsozialisten kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee im Keller der Seeckt-Kaserne an der Spandauer Schmidt-Knobelsdorf-Straße versteckt wurden", sagt Steinmöller. Im Februar 1962 sei dort beim Bau von Wohnungen für die britischen Alliierten eine weitere Truhe mit Silberpokalen aufgetaucht, die in den Besitz des Wehrkreises 2 der Bundeswehr in Düsseldorf überging. "Wo der Inhalt geblieben ist, weiß heute keiner mehr", so Steinmöller. Er vermutet, daß die restlichen neun Kisten voller Silberschätze immer noch unter den Wohnungen an der Schmidt-Knobelsdorf-Straße vergraben sind.Der Verein bietet bis Oktober sonnabends, sonn- und feiertags um 10, 11.30, 13, 14.30 und 16 Uhr Führungen an. Mehr unter Telefon 361 68 73.
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