Versteinerte Speiballen aus jurazeitlichen Ablagerungen vor der norwegischen Küste stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit von langhalsigen Plesiosauriern. Zu diesem Ergebnis kommt der Paläontologe Dirk Knaust vom norwegischen Energiekonzern Equinor in einer Untersuchung, die am Mittwoch im Fachjournal Geological Magazine erschienen ist.
Der Forscher hat mehr als 20 dieser fossilen Klumpen aus Bohrkernen ausgewertet. Die verdichteten Reste aus unverdaulichen Skelettteilen sind walnuss- bis mangogroß. Die Fundstücke stammen aus dem Mittleren bis Oberen Jura und sind damit rund 174 bis 145 Millionen Jahre alt.
Fundort passt nicht zu Lebensraum der Beute
Das Material stammt aus Bohrungen im Bereich des Troll-Feldes rund 50 Kilometer vor der norwegischen Küste. Nach den Angaben aus der Studie enthalten die Klumpen Reste von Muscheln, Röhrenwürmern, Seelilien und Belemniten. Diese Meerestiere sind auf den gleichmäßigen Salzgehalt des offenen Ozeans angewiesen.
Abgelagert worden seien die Speiballen jedoch in einem Flussdelta, in dem einströmendes Süßwasser den Salzgehalt ständig verändert habe. In einer solchen Umgebung hätten die gefressenen Tiere nicht leben können, heißt es in der Studie. Daraus wird geschlossen, dass ein größeres Meeresreptil die Beute zunächst in tieferem Wasser am Meeresboden gefressen und die harten Bestandteile später in Küstennähe wieder ausgewürgt hat.
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Für die Zuordnung wurden mehrere mögliche Verursacher geprüft, darunter Tintenfischverwandte, Fische, Krokodile und Haie. Größe, Zusammensetzung und Beutespektrum passten am besten zu Plesiosauriern aus der Familie der Cryptoclididae, die vier bis acht Meter lang wurden. Haie aus der ausgestorbenen Gruppe der Hybodontiformes ließen sich nicht vollständig ausschließen.
Verhalten ähnelte dem heutiger Robben
Erhalten geblieben seien die Fundstücke, weil die hochgewürgten Klumpen stark zusammengepresst und von einer Schleimschicht aus dem Magen der Tiere umhüllt gewesen seien, heißt es in einer Mitteilung von Cambridge University Press.
Viele Speiballen seien dennoch durch Wellen und Gezeiten zerstört, andere rasch von Sediment bedeckt oder in Wohnröhren von Krebstieren eingeschlossen worden. Wenige Zentimeter neben einem Fundstück wurde zudem ein Knochen entdeckt, der anhand einer Computertomografie einem Fischsaurier zugeordnet wurde. Auch versteinerter Kot lag in der Nähe.
Vermutet wird, dass sich die Plesiosaurier nach der Jagd in flachem Wasser nahe der Küste zum Ruhen aufhielten und dabei die unverdaulichen Reste hochwürgten. Ein ähnliches Verhalten sei heute etwa von Pelzrobben bekannt.
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