Freizeitzentrum A 10 Aktiv öffnet in einem Jahr / Kino, Sport und Gastronomie unter einem Dach

Vergnügen auf 20 000 Quadratmetern

Jürgen Schwenkenbecher
4 Min

In genau einem Jahr soll eines der größten Freizeitprojekte in Berlin und Brandenburg, das Wildauer "A 10 Aktiv", komplett übergeben werden. "Wir liegen im Plan", sagte Projektleiter Christian Diesen. "Silvester 1999 feiern wir hier die größte Party der ganzen Region." Richtfest für das Vielzweckgebäude in unmittelbarer Nachbarschaft des A 10-Einkaufzentrums ist für das Frühjahr geplant.Noch bedecken Pfützen die fußballfeldgroße, sechseinhalb Meter tiefe Baugrube, aus der nach Angaben des Bauherrn HLG die größte Anlage ihrer Art in Deutschland wachsen soll. 20 000 Quadratmeter Geschoßfläche stehen nach Fertigstellung zur Verfügung etwa doppelt so viel, wie das Berliner Kaufhaus Lafayette umfaßt. Das Projektierungs-Unternehmen HLG, das auch das A 10-Center errichtete, sieht sich mit seinem Wildauer Projekt als Pionier. "Wir wollen das Thema Freizeit als einen einheitlichen Komplex begreifen", sagt Diesen. Bislang seien in der Bundesrepublik nur größere Anlagen für jeweils einzelne Bereiche entstanden, jetzt werde alles unter einem Dach geboten. 80 Millionen Mark kostet das Vorhaben. Diesen: "Nach unserer Kenntnis gibt es hierzulande nichts Vergleichbares." Wenn in der Einkaufszone die Läden schließen, soll gegenüber das Leben sprudeln.Kern des Projektes ist das Kino CineStar mit fast 2 200 Plätzen in zehn Sälen. Betreiber ist die Lübekker Kieft & Kieft Filmtheater GmbH, in Deutschland der drittgrößte Multiplexriese, im Osten Marktführer. Das Unternehmen wirbt nicht nur mit der "technischen Perfektion" seiner Filmaufführungen, sondern auch mit einem aufwendigen "Entertainment-Angebot" wie Previews und Filmpartys. Die Säle sind multifunktional ausgelegt. Das Kino müsse sich von der häuslichen Videokultur unterscheiden, lautet das Motto von Kieft & Kieft, das in Wildau vor allem die Generation der über Dreißigjährigen anlocken soll. Um das Kino herum ordnen sich auf vier Etagen die anderen Freizeitbereiche und gastronomische Einrichtungen. Im Untergeschoß, der "Party-Ebene", finden nicht nur drei Diskotheken Platz. Auch die hochmoderne Bowlinganlage, die größte in Berlin und Brandenburg, soll mit ihren 32 Bahnen für ein volles Haus sorgen. "Die Bahn ist Weltmeisterschafts-tauglich", sagt Projektleiter Diesen. Zum Fitneßbereich, der größtenteils unter dem Dach zu finden ist, gehören ein Billardsalon mit 40 Billard- und Snookertischen, Dart- und Spielautomaten sowie Sauna, Solarium und verschiedene Trainingsgeräte. Befürchtungen, die riesige Anlage sei überdimensioniert, hat der Investor nicht. "Der Bedarf ist vorhanden", sagt Christian Diesen. Er verweist auf die "sehr peniblen Untersuchungen" seines Unternehmens in der Planungsphase. Danach würden hauptsächlich Brandenburger aus dem Berliner Umland die Angebote nutzen. Mit Gästen aus Berlin rechnet er kaum. "Niemand hätte in Lübben, Königs Wusterhausen oder einer anderen Kleinstadt eine solche Bowlinganlage oder ein solches Kino separat gebaut", so Diesen. Erst die Kombination der verschiedensten Vergnügungsmöglichkeiten habe ein solches Projekt sinnvoll gemacht. Wie das A 10-Center soll auch das neue Großvorhaben von der günstigen Lage am Autobahnring und der Bundesstraße 179 profitieren. Zum Bahnhof Königs Wusterhausen besteht tagsüber eine Busverbindung.Aus der Nachbarstadt kam lange Zeit vehementer Widerstand gegen die Anlage. Nachdem sich die Händler Königs Wusterhausens schon mit der Konkurrenz im A 10-Einkaufszentrum abfinden mußten, fürchteten nun auch die wenigen Freizeiteinrichtungen wie das kleine Kino am Bahnhof um das Ausbleiben der Kunden. Der Investor, an Auseinandersetzungen nicht interessiert, zeigte sich großzügig. "Wir leisteten Unterstützung für die Entwicklung der Infrastruktur in Königs Wusterhausen", sagt Christian Diesen bescheiden. Mehr als zwei Millionen Mark sollen in die Kassen der Stadt geflossen sein. Die Kritiker sind leise geworden.Mit Wohlgefallen beobachtet Wildaus Bürgermeister Gerd Richter (SPD) das Treiben an der Peripherie der Gemeinde. "Weit und breit gibt es doch sonst kaum etwas", sagt Richter. Das A 10-Center ist jetzt bereits größter Arbeitgeber im Ort. Rund 400 der 1 000 Beschäftigten des Einkaufstempels leben in Wildau. Für den Ort, der einst vom Schwermaschinenbau lebte, ein Segen. Im Aktiv-Freizeitzentrum sollen weitere 200 Arbeitsplätze entstehen. Wagner sicherte zu, daß die Wildauer über die Offerten informiert werden. "Unsere Leute sollen zumindest eine Chance erhalten."Bestellungen für die Silvesterfeier ins Jahr 2000 will Projektleiter Diesen noch nicht entgegennehmen. "Im Frühjahr vielleicht", sagt Diesen. "Dann ist das Haus wenigstens schon zu sehen."

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner