BERLIN. Obwohl es wahrscheinlich nichts wird mit dem Einzug in den bayerischen Landtag, jubelt die Linkspartei. Keinerlei Enttäuschung ist zu spüren, als die ersten Hochrechnungen zur Wahl im Freistaat über die Monitore im Karl-Liebknecht-Haus flimmern. "Die CSU ist mächtig abgeschmiert", freut sich Gesine Lötzsch, Berliner Bundestagsabgeordnete der Linken, in der Parteizentrale nahe dem Alexanderplatz. Wie viele andere, die zur Wahlparty gekommen sind, hofft sie zudem noch auf den Hessen-Effekt: Dass nämlich die Linke am Ende doch knapp die Fünf-Prozent-Hürde überspringen könnte.Vor dem Liebknecht-Haus hat die Linkspartei einen kleinen Berg Schnee auffahren lassen. Er soll die dahinschmelzende Mehrheit der CSU symbolisieren. Oben auf dem Haufen steckt eine rote Fahne mit dem Schriftzug der Linken. Erobert hat die Partei Bayern nicht, das behauptet auch niemand an diesem Abend. Aber am meisten freute sich die Linke in den vergangenen Monaten stets, wenn das fest gefügte Parteiensystem durcheinander geriet. Das ist auch im Freistaat gelungen, obgleich ihr Anteil daran deutlich geringer ausfällt als etwa in Hessen oder Hamburg.Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch spricht von einem "Ergebnis, worauf wir stolz sein können". Es sei sensationell, dass seine Partei gegenüber ihrem Resultat bei der Bundestagswahl 2005 - damals erhielt sie in Bayern 3,4 Prozent - habe zulegen können. "Das ist im bundespolitischen Trend", stellt Bartsch fest. Ansonsten redet er vor allem über die anderen: Der CSU hätten Diffamierung und Hetze gegen die Linke im Wahlkampf nichts eingebracht. Sie werde nun zum 16. Landesverband der CDU, so Bartsch. Auch der SPD habe der Wechsel zum Duo Steinmeier-Müntefering "nicht die erhofften Effekte" beschert. Fazit: "Die große Koalition hat verloren", im Bund drohe nun "ein Jahr des Mehltaus".Sodann soll gegen Köhler antretenDerweil ist vor dem Liebknecht-Haus der Schneehaufen noch kleiner und matschiger geworden. Ein Parteianhänger sagt, wenn die Linke noch in den Landtag käme, würde die CSU Gift und Galle spucken. Der Fahne der Linken oben drauf allerdings tut das Schmelzen des Schnees auch nicht gut, sie beginnt ein wenig zu kippen.Als Kandidat der Linkspartei für das Amt des Bundespräsidenten geriet am Wochenende der Schauspieler und Kabarettist Peter Sodann ins Gespräch. Die Bild am Sonntag berichtete, der frühere Tatort-Kommissar solle im Mai gegen Horst Köhler und Gesine Schwan antreten. Aus Parteikreisen wurde das weder bestätigt noch dementiert. Sodann sei aber eine interessante Person, hieß es. Der 72-Jährige sagte dem Blatt, er könne "erst Mitte Oktober drüber sprechen", ob er kandidiere. Dann will die Linke ihren Herausforderer nominieren.------------------------------Foto: Der frühere "Tatort"-Kommissar Peter Sodann ist als Kandidat der Linken für das Amt des Bundespräsidenten im Gespräch.
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