In Berlin und Stuttgart starten an diesem Samstag um 13 Uhr zeitgleich zwei Großdemonstrationen gegen höhere Rüstungsausgaben und die mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht. Aufgerufen hat das Aktionsbündnis „3. Oktober 2026“, das nach eigenen Angaben von mehr als 270 Organisationen und Friedensgruppen getragen wird.
Dazu zählen die bundesweiten Dachverbände Bundesausschuss Friedensratschlag und Kooperation für den Frieden sowie Organisationen wie pax christi und die Kampagne Nein zur Wehrpflicht.
Forderungen des Bündnisses
In ihrem Aufruf wenden sich die Organisatoren gegen eine wachsende Gefahr eines direkten Krieges mit Russland und gegen den Kurs der Bundesregierung, Deutschland „kriegstüchtig“ zu machen. Sie lehnen die Wiedereinführung der Wehrpflicht ab und kritisieren, dass Gesundheitswesen und Infrastruktur auf einen möglichen Krieg ausgerichtet würden.
Der Protest richtet sich nach Angaben des Bündnisses auch gegen Sozialabbau. Statt immer größere Teile öffentlicher Mittel in militärische Strukturen zu investieren, fordern die Organisatoren Investitionen in Bildung, Pflege, Klimaschutz, Kultur und Wohnraum. Die Militärausgaben sollen nach den Plänen der Bundesregierung in den kommenden Jahren deutlich steigen.
Prominente Redner in beiden Städten
Zu den angekündigten Rednern in Berlin zählen der Kabarettist Arnulf Rating, der Politikwissenschaftler Johannes Varwick von der Universität Halle, Sören Pellmann (Linke) und Christian Leye (BSW). Die Stuttgarter Kundgebung findet auf dem Schlossplatz statt. Dort sprechen laut Organisatoren unter anderem die Europaabgeordnete Özlem Demirel (Linke) und Sevim Dağdelen (BSW).
Unterstützung kommt auch von der früheren EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann, die ein Grußwort per Video beisteuern soll. Vorab kritisierte sie, dass Milliarden für Rüstung mit dem Abbau sozialer Leistungen etwa beim Wohngeld, bei Pflege und Rente einhergingen. Deutschland solle nicht die stärkste konventionelle Armee Europas aufbauen, sondern die stärkste diplomatische Kraft sein.
Umfangreiche Sperrungen im Regierungsviertel
Nach Angaben der Berliner Verkehrsinformationszentrale rechnen die Behörden in der Hauptstadt mit mehreren zehntausend Teilnehmenden. Zwischen 12 und 16.30 Uhr kommt es rund um das Regierungsviertel zu umfangreichen Straßensperrungen.
Die Route führt vom Brandenburger Tor durch das Regierungsviertel und über die Straße des 17. Juni zurück zum Ausgangspunkt. Eine Abschlusskundgebung ist gegen 15.30 Uhr auf dem Platz des 18. März vorgesehen.
Teile der Straße des 17. Juni sowie die Ebertstraße sind bereits seit Freitagmorgen gesperrt – die Einschränkungen sollen bis etwa 20 Uhr am Samstag andauern.
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