Am 24. April erschien in dieser Zeitung ein brillanter Beitrag des Politologen Axel Schmidt-Gödelitz über die Friedenslogik des SPD-Außenpolitikers Egon Bahr. Er gilt als der Architekt der Ostpolitik von Bundeskanzler Willy Brandt, die in den 70er-Jahren eine Aussöhnung mit Polen und der Sowjetunion ermöglicht und Schritte zur Rüstungskontrolle und Abrüstung eingeleitet hat. Inspiriert durch eine Rede des US-Präsidenten John F. Kennedy hatte Bahr fünf Punkte als Voraussetzungen einer friedensfähigen Politik formuliert: erstens die Fähigkeit zum Perspektivwechsel, zweitens die systematische Einbeziehung der Interessen des Gegenübers, drittens die Kenntnis seiner historischen Erfahrungen, viertens die Berücksichtigung kultureller und emotionaler Faktoren sowie fünftens den Aufbau überprüfbarer vertrauensbildender Maßnahmen.
Kolumne
Friedenslogik: Was den Kalten Krieg beendet hat, könnte auch bei sozialer Kälte helfen
Die Unkultur der Ausgrenzung radikalisiert die Betroffenen. Um aus diesem Teufelskreis herauszukommen, kann ein innenpolitisches Konzept der Entspannungspolitik helfen.
7 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
SPD-Bundesgeschäftsführer Egon Bahr (l.) und der SPD Vorsitzende Willy Brandt im November 1977 auf dem SPD-Bundesparteitag in Hamburg.
© Werner Baum/dpa
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*