Nahost

Trotz Waffenruhe: Fünf Tote bei israelischen Luftangriffen in Gaza-Stadt

Bei zwei Luftangriffen des israelischen Militärs sind in Gaza-Stadt fünf Palästinenser getötet worden. Die Armee spricht von Angriffen auf Hamas-Kämpfer.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Einsatzkräfte stehen an einem brennenden Fahrzeug nach einem israelischen Luftangriff in Gaza-Stadt am 13. August 2026.

Einsatzkräfte stehen an einem brennenden Fahrzeug nach einem israelischen Luftangriff in Gaza-Stadt am 13. August 2026.

© Mohammed Al Qumsan/imago

Bei zwei israelischen Luftangriffen sind in Gaza-Stadt am Montag nach palästinensischen Angaben fünf Menschen getötet worden. Das meldete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa unter Berufung auf Mitarbeiter des Schifa-Krankenhauses, der größten Klinik im Gazastreifen. Der Sender Al Jazeera berichtete ebenfalls über die fünf Toten.

Ein Angriff traf demnach eine Menschenmenge nahe einem Park in Gaza-Stadt, in einem Gebiet, in dem sich zahlreiche vertriebene Familien aufhalten. Dabei seien zwei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden.

Bei einem zweiten Angriff auf ein Fahrzeug im Viertel Tel al-Hawa im Westen der Stadt seien drei weitere Menschen ums Leben gekommen, hieß es weiter unter Berufung auf Angaben aus Krankenhäusern.

Das israelische Militär bestätigte laut Al Jazeera die beiden Angriffe und erklärte, sie hätten Kämpfern der Hamas gegolten. Belege dafür nannte die Armee zunächst nicht.

Streit über Umsetzung des US-Fahrplans

Parallel zu den anhaltenden Angriffen gibt es Streit über die Umsetzung eines von den USA vorgelegten Fahrplans. Dieser sieht ein Ende der israelischen Militäroperationen, eine schrittweise Entwaffnung der Hamas sowie einen gestaffelten Rückzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen vor. Eine internationale Stabilisierungstruppe und eine neue palästinensische Polizei sollen im Zuge dieses Prozesses für Sicherheit sorgen.

Die Hamas ist nach eigenen Angaben nur bereit, ihre Waffen unter Aufsicht einer palästinensischen Übergangsverwaltung einzulagern, wenn Israel zuvor seine Angriffe beendet, mit dem Rückzug beginnt und mehr humanitäre Hilfe zulässt.

Israel besteht auf der umgekehrten Reihenfolge. Ein israelischer Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Armee werde ihre Stellungen nicht verlassen, bevor die Hamas „wirklich entwaffnet“ sei. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP kontrolliert die israelische Armee derzeit rund 60 Prozent des Gazastreifens.

Der rechtsextreme Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir hat die Vereinbarung als inakzeptabel bezeichnet und gefordert, die gezielte Tötung von Hamas-Führern fortzusetzen.

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Der Gazastreifen ist durch den israelischen Krieg gegen die Hamas großflächig zerstört. Eine gemeinsame Schadensanalyse von UN, EU und Weltbank bezifferte den Bedarf für Wiederaufbau und Erholung bereits im Februar 2025 auf 53,2 Milliarden Dollar binnen zehn Jahren.

Nach Reuters-Angaben leben derzeit mehr als zwei Millionen Menschen auf weniger als der Hälfte des Gebiets, während Hilfslieferungen trotz Waffenruhe begrenzt bleiben.

Angriffe trotz Waffenruhe

Nach Angaben von Al Jazeera hat Israel seine Angriffe im Gazastreifen zuletzt verstärkt, obwohl seit Oktober eine Waffenruhe gilt. Seit deren Beginn seien nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza 1320 Palästinenser durch israelische Angriffe getötet worden. Das israelische Militär meldete im selben Zeitraum den Tod von fünf Soldaten und eines zivilen Mitarbeiters.

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