Rentenreform

„Für die meisten ist schon Schluss, bevor sie 60 sind“: Was die Rentenreform für Maurer und Dachdecker bedeutet

Deutschland soll länger arbeiten – doch wer trägt mit 67 noch Zementsäcke? Eine Zahl von Berlins Baustellen führt mitten ins Dilemma der Rentenreform.

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Körperlich belastende Berufe lassen sich oft nicht bis ins hohe Alter ausüben: Trifft das geplante Anheben des Renteneintrittsalters Bauarbeiter besonders hart?

Körperlich belastende Berufe lassen sich oft nicht bis ins hohe Alter ausüben: Trifft das geplante Anheben des Renteneintrittsalters Bauarbeiter besonders hart?

© ANTHONY PHOTOGRAPHY/IMAGO

Auf Berlins Baustellen arbeiten rund 36.700 Menschen – aber nur etwa 1470 von ihnen sind älter als 63 Jahre, gerade einmal vier Prozent. Ältere Bauarbeiter sind damit deutlich seltener, als es die Jahrgangsstärken erwarten ließen: Wer auf dem Bau arbeitet, ist meist längst weg, bevor das Rentenalter näher rückt.

Die Zahl stammt von der Arbeitsagentur, öffentlich gemacht hat sie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) – mitten in der größten Rentendebatte seit Jahren. Die Alterssicherungskommission empfiehlt, das Rentenalter künftig an die Lebenserwartung zu koppeln. Die Bundesregierung möchte noch dieses Jahr einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen. Was hieße das für jene Menschen, die Säcke schleppen, Dächer decken und Kanäle ausheben?

„Für die meisten ist schon Schluss, bevor sie 60 sind. Sie packen die Arbeit auf dem Bau gesundheitlich dann einfach nicht mehr“, sagt Thomas Hentschel, Vorsitzender der IG BAU Berlin. „Es schafft kaum einer, auf dem Bau bis 67 zu arbeiten. Wenn es demnächst dann noch länger gehen soll: keine Chance.“ Belastbare bundesweite Daten dazu, in welchem Alter Bauarbeiter ihren Beruf tatsächlich verlassen, gibt es allerdings kaum.

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