Funktionäre bei SBC und SSV denken über Fusion nach / Ausbau des Platzes wird geprüft

Fußballheirat: Superclub am Ziegelhof?

Elmar Schütze
3 Min

Der Vorstand des Spandauer Sportvereins (SSV) unterbreitet heute abend der Jahreshauptversammlung folgenden Vorschlag: Binnen vier Wochen will das Team um den Vorsitzenden Wilfred Lange klären, ob eine Fusion des Regionalligisten mit dem Verbandsligisten Spandauer Ballspielclub (SBC) realistisch ist.Zu den Fusionsplänen gaben die SSV-Spitzen bis gestern keinen Kommentar ab. Lange und Manager Manfred Schlesiona wollten sie "weder dementieren noch bestätigen". Der neue Vorstand soll erst in vier Wochen gewählt werden. Lange hat erklärt, nur dann wieder zur Wahl anzutreten, wenn ihm die Mitglieder den Aufschub einräumten. Stadtrat will prüfen Als Heimstätte des neuen Spandauer Superclubs ist der bisherige SBC-Platz Am Ziegelhof im Gespräch. Dafür müßte der Parkplatz an der Havel umgewidmet werden, um das Gelände regionalligatauglich umzubauen. "Wir werden prüfen, ob das möglich ist", hat Sportstadtrat Gerhard Hanke (CDU) schon versprochen. Der Bezirk könnte das Helmut-Schleusener-Stadion dann weiter von Schülern, Leichtathleten und American Footballern nutzen lassen.SBC-Interimspräsident Peter Hoyzer bestätigte der Spandau-Rundschau, daß es Fusions-Kontakte zu den SSV-Spitzen gegeben hat. Den Fusionsplan wollte Hoyzer in der Jahreshauptversammlung seines Clubs am 1. März vorstellen. Der künftige Vorstand des Fußballvereins Spandauer BC ist allerdings offenbar gegen ein Zusammengehen mit den Kollegen des Spandauer SV. Das erklärte Hoyzer gestern nach einem Treffen mit den designierten SBC-Vorstandsmitgliedern. Die sensationelle Elefantenhochzeit scheint damit abgesagt zu sein, ehe das Aufgebot bestellt wurde.Der seit einigen Monaten amtierende, aber nicht von einer Mitglieder-Vollversammlung gewählte SBC-Vorsitzende Peter Hoyzer bleibt dennoch Befürworter einer Fusion: "Wir brauchen im Spandauer Fußball eine Konzentration der Kräfte. Der SBC braucht Geld und der SSV einen Platz. Beide würden davon profitieren", so Hoyzer. Seit langem ist bekannt, daß der Spandauer BC Zahlungsschwierigkeiten hat. Einige Verbandsligakicker sollen sogar schon Freigaben für Vereinswechsel haben. Wahl in Frage gestellt Hoyzer bedauert, "daß ich im Verein keine Mehrheit für die Fusion finde." Offenbar habe die Angst überwogen, vom SSV um den finanzstarken Bauunternehmer Lange geschluckt zu werden. "Die haben Angst, zum Erfüllungsgehilfen zu werden", sagt Hoyzer über seine Mitstreiter. "Ich sehe das anders. Es wäre eine große Chance. Aber ich bin halt kein alter SBCer", so Hoyzer. Allenfalls sei der Club bereit, mit Schwarz-Weiß Spandau zusammenzugehen, hieß es dazu beim SBC.Nun stellt Peter Hoyzer sogar seine eigene Wahl am 1. März in Frage. "Ich bin frustriert. Wenn sich in einer Woche nichts Grundsätzliches ändert, werde ich wohl nicht antreten." Und ein Ersatz für Hoyzer ist nicht in Sicht. +++

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