Wegen der erwarteten Hitzewelle am Wochenende sind in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich mehrere Festivals und Großveranstaltungen abgesagt oder unterbrochen worden. Das Fusion-Festival an der Mecklenburgischen Seenplatte, eines der größten alternativen Musik- und Kulturfestivals Europas, wurde am Donnerstagabend wegen Bränden außerhalb des Geländes für rund zwei Stunden unterbrochen, danach aber fortgesetzt. Die Veranstalter äußerten sich am Freitag zunächst nicht näher.
Wie eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur vor Ort berichtete, stieg in der Nähe des Festivalgeländes eine Rauchsäule auf. Die Brandursache war nach Polizeiangaben zunächst unklar, eine fahrlässige Verursachung wurde nicht ausgeschlossen. Besucher wurden auf eine Landebahn des ehemaligen sowjetischen Militärflugplatzes gebeten. Verletzte gab es laut Polizei nicht. Betroffen war eine Fläche von etwa 3000 Quadratmetern, der Sachschaden wird auf rund 7500 Euro geschätzt.
Absagen im Ruhrgebiet
Im Ruhrgebiet wurden ein Konzert des Sängers Jan Delay am Freitag sowie das Sunset Beach Festival am Halterner Stausee am Samstag kurzfristig abgesagt. Die Zeit habe nicht ausgereicht, um gemeinsam mit Kommunen und Behörden eine Lösung zur Sicherheit der Gäste zu finden, teilten die Veranstalter auf Facebook mit. „Deshalb haben wir uns schweren Herzens entschieden, beide Veranstaltungen abzusagen“, hieß es. Nach Angaben des Westdeutschen Rundfunks wurden insgesamt rund 24.000 Besucher erwartet. Ticketinhaber sollen den vollen Preis erstattet bekommen.
Festival in den Niederlanden abgebrochen
Im niederländischen Biddinghuizen wurde das Hardstyle-Festival Defqon.1 einen Tag nach Beginn abgebrochen. Die rund 50.000 Besucher wurden um Mitternacht aufgefordert, den Campingplatz bis Freitagabend zu verlassen. Nach Polizeiangaben kam es zunächst zu Wut und Randale, später verlief der Abzug ruhig, wie ein Sprecher des Veranstalters der Nachrichtenagentur ANP sagte. Der niederländische Wetterdienst erwartet Temperaturen von bis zu 40 Grad und rief erstmals für einen Großteil des Landes die höchste Warnstufe Code Rot aus.
Pride-Parade in Paris verschoben
Die Pariser Pride-Parade am Samstag fällt aus. Man wolle kein Gesundheitsrisiko eingehen, teilten die Veranstalter mit. Ein neuer Termin im September werde geprüft. Die Pariser Polizeipräfektur hatte zuvor um die Absage von Großveranstaltungen gebeten und auch das Musikfestival Solidays zur Streichung aufgefordert. Das französische Innenministerium empfahl zudem, den Verkauf und Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit vorerst zu untersagen. Für weite Teile Frankreichs gilt die höchste Hitzewarnstufe.
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes erreicht die Hitzewelle am Wochenende ihren Höhepunkt. In Norddeutschland werden Temperaturen zwischen 36 und 39 Grad Celsius erwartet. (mit dpa)
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