Wenn sich die Polizei schon Tage vor einem Fußballspiel zur Gemengelage äußert, spricht das nicht unbedingt für ein entspanntes Aufeinandertreffen zweier Teams. Im Osten steht diesbezüglich das Drittliga-Match zwischen Energie Cottbus und Hansa Rostock im Blickpunkt, das am Sonnabend (7. März) um 14 Uhr im Stadion der Freundschaft angepfiffen wird. „Die beiden Fanlager sind verfeindet. Wir werden auch Wasserwerfer in der Stadt haben“, sagte Maik Kettlitz dem RBB. Der Sprecher der Brandenburger Polizeidirektion Süd hält auch den Einsatz von Pferden für möglich.
Berittene Beamte am und ein Hubschrauber über dem Cottbuser Stadion gehörten auch beim letzten Aufeinandertreffen beider Teams am 15. Dezember 2024 (3:1) zum Erscheinungsbild. Seinerzeit blieb es auf den Rängen im erlaubten Rahmen. Damit dies auch jetzt so bleibt, hat Cottbus vor dem Hochsicherheitsspiel ausführliche Informationen verbreitet.
Der Stadtring am Stadion wird ab 9 Uhr gesperrt und die Fantrennung strikt sein. Es herrscht ein Glasflaschenverbot. Im Gästebereich sind ausschließlich alkoholfreie Getränke zu haben. Die Heimfans müssen sich mit alkoholreduziertem Radler zufriedengeben.
Rückkehr in die 2. Bundesliga im Blick
Einen freien Ticketverkauf gab es nicht. Energie wollte so verhindern, dass sich Rostocker Anhänger in die Heimbereiche einkaufen. Regulär werden 1919 Hansa-Fans den ausverkauften Gästeblock füllen. Insgesamt erwartet Cottbus über 19.000 Besucher.
Die Begegnung ist auch sportlich brisant. Beide Vereine haben die Rückkehr in die 2. Bundesliga im Blick. Cottbus kickte dort letztmals in der Saison 2013/14. Hansa stieg 2023/24 aus dem Unterhaus ab. Jetzt liegt Energie mit 52 Zählern hinter dem punktgleichen Spitzenreiter VfL Osnabrück auf dem direkten Aufstiegsplatz zwei. Rostock (46) gehört als Tabellenvierter zu den aussichtsreichen Verfolgern.
Cottbus, das wegen einer Gelbsperre auf den sechsfachen Torschützen Moritz Hannemann verzichten muss, könnte mit einem Sieg Rostock vorläufig deutlich distanzieren. Trainer Claus-Dieter Wollitz zeigt sich dennoch vorsichtig, weil seine Elf nach fünf harten Jahren in der Regionalliga Nordost erst seit der Vorsaison wieder drittklassig mitmischt. „Für dieses Spiel stehen die Chancen 50:50. Wir sind richtig gut und trotzdem Außenseiter. Auf diese Saison gesehen ist das einfach so. Deswegen gilt es, bei sich zu bleiben und diese Außenseiterchance so wahrzunehmen, dass es am Ende erfolgreich ist“, sagte Wollitz.
Energie seit neun Spielen ungeschlagen
Eigentlich untertreibt der 60-Jährige damit, der mit seiner polarisierenden Art das Gesicht des Vereins darstellt. 2024/25 vergab Energie erst am letzten Spieltag die Chance auf Relegationsplatz drei. Aktuell ist die Mannschaft um die Torjäger Erik Engelhardt (15 Tore) und Tolcay Cigerci (13 Treffer/14 Vorlagen) seit neun Begegnungen ungeschlagen. In diesem Zeitraum stehen vier Siege und fünf Remis zu Buche.
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Am vergangenen Dienstag drehte Cottbus in Aspach in der Partie gegen die Zweitvertretung des VfB Stuttgart einen 0:1-Rückstand noch in einen 2:1-Erfolg. Die Lausitzer leisteten sich den Luxus, zunächst einige Stammkräfte zu schonen. Unterschiedsspieler Tolcay Cigerci und Kapitän Axel Borgmann kamen beispielsweise erst in der 58. Minute rein. Beide sorgten mit ihren Toren für die Wende. Nach dem Abpfiff rannte auch Trainer Wollitz im Jubelrausch auf den Gästeblock zu.
Rostock spielte erst am Mittwoch in Hannover. Durch einen 3:1-Sieg gegen den TSV Havelse landete die Elf von Trainer Daniel Brinkmann nach dem 3:2 im Verfolgerduell gegen Rot-Weiss Essen den zweiten Dreier in Folge. Die Mannschaft verblieb bis zur Abreise nach Cottbus am Freitag in Niedersachsen, um Körner zu sparen. „Ein, zwei Tage mehr Regeneration wären schon gut gewesen. Aber ich gehe davon aus, dass wir am Wochenende mit 100 Prozent auftreten werden“, sagte Brinkmann. „Schön ist, dass wir in der jüngeren Historie zwei Siege zu verbuchen hatten. Dementsprechend fahren wir mit breiter Brust nach Cottbus.“
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Gegen Havelse konnte sich der Ex-Cottbuser Maximilian Krauß mit seinem zweiten Saisontreffer ins Gespräch bringen. Auf ihn werden viele Augen gerichtet sein. Energie-Coach Wollitz hatte den Stürmer in der Endphase der Vorsaison suspendiert, nachdem sein bevorstehender Wechsel nach Rostock durchgesickert war. Seitdem ist Krauß für die Energie-Fans ein rotes Tuch.
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