Grünen-Chefin Claudia Roth ist großer Fußballfan, vor allem von Nationaltorwart Jens Lehmann. Ein Interview über Frauen, Männer und ihre Beziehung zum Fußball.Frau Roth, wer macht zwischen den Pfosten eigentlich eine bessere Figur: Nadine Angerer oder Jens Lehmann?Ich finde beide klasse. Beide Torhüter halten super und sind ein großer Rückhalt für ihr Team.Was können die Fußball-Männer noch von den Frauen lernen?Wie man zweimal hintereinander Weltmeister wird! Und wie man mit viel Grazie und Schönheit Fußball spielt!Wird sich die Macho-Sportart Fußball durch die WM verändern?Die WM ist ein Einbruch in eine der letzten Männerbastionen. Machotum hat nirgendwo was zu suchen, auch nicht im Stadion. Leider gibt es in Sachen Frauenfußball bei uns noch immer viel Arroganz und Überheblichkeit. Warum eigentlich sind die Spiele in der Bundesliga oft ausverkauft, während die Ränge bei den Frauen gähnend leer bleiben? Ich hoffe, dass die WM dazu beitragen wird, dies zu ändern.Die Nationalkickerinnen sind die wahren Vorreiter der Emanzipation?Die Kickerinnen zeigen, dass es keine frauenfreien Räume geben darf. Übrigens nicht nur bei uns. Auf einer Reise nach Kabul habe ich unlängst das afghanische Frauen-Nationalteam besucht. Die spielen dort unter extremen Bedingungen. Auffallend war: Überall auf dem Platz hingen Bilder von Birgit Prinz. Das zeigt, dass unsere Frauen weltweit Vorbild sind und Ermutigung im Kampf um gesellschaftliche Anerkennung.Wollen Sie sich selbst Tickets für die Frauen-WM kaufen?Klar! Die Leidenschaft unserer Mädels ist toll. Da muss man einfach dabei sein.Gespräch: Jörg Michel------------------------------Foto: Claudia Roth, Grünen-Chefin und Fußballfan
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