1. FC Union Berlin

Sohn von Union-Legende Ronny Nikol: Etienne kehrt nach Berlin zurück

Etienne Nikol ist in die Regionalliga Nordost gewechselt. Der laufstarke und technisch versierte Linksverteidiger ist der Sohn von Ronny.

Stefan Bröhl
4 Min
Etienne Nikol (r.) am 14. Juli 2021 im Einsatz für Hertha BSC II beim Testspiel gegen den BFC Preussen.

Etienne Nikol (r.) am 14. Juli 2021 im Einsatz für Hertha BSC II beim Testspiel gegen den BFC Preussen.

© Stefan Bröhl

Der Sohn einer Legende des 1. FC Union Berlin hat sich bis zum 30. Juni 2024 Tennis Borussia angeschlossen. Für Etienne Nikol schließt sich damit ein Kreis, denn der frühere Jugendspieler der Eisernen (bis Sommer 2021) kehrt nach rund sechs Monaten in die Hauptstadt zurück.

In der Hinrunde lief der Sprössling von Ronny noch für den 1. FC Rielasingen-Arlen in der Oberliga Baden-Württemberg auf, wo er regelmäßig zum Einsatz kam und wettbewerbsübergreifend 19 Partien absolvierte.

Nun soll er als einer von drei Neuzugängen dabei helfen, den Tabellenvorletzten doch noch in dieser Spielklasse zu halten. Eine Herkulesaufgabe. Denn TeBe steht nach der befürchteten, sportlich schlecht verlaufenen Hinrunde mit sieben Punkten aus 17 Begegnungen bei 13:54 Toren denkbar schlecht da.

Doch für Nikol ist das die Chance, sich zu beweisen und endlich in der vierten Liga Fuß zu fassen. Schließlich haben die „Veilchen“ auf nahezu jeder Position Verbesserungsbedarf. Der Youngster selbst hat den Durchbruch im Männerfußball bisher trotz guter Anlagen noch nicht geschafft.

Union-Talent Etienne Nikol (r.) beim U19-Bundesliga-Stadtderby am 23. Oktober 2019 im Duell mit Hertha-Angreifer Marten Winkler.

Union-Talent Etienne Nikol (r.) beim U19-Bundesliga-Stadtderby am 23. Oktober 2019 im Duell mit Hertha-Angreifer Marten Winkler.

© Matthias Koch

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Etienne Nikol wartet noch auf seinen Durchbruch im Männerbereich

Der Linksverteidiger, der auch im linken Mittelfeld oder als Linksaußen agieren kann, mehrfach auch auf der rechten Seite oder gar im Sturm eingesetzt wurde, ist schnell, laufstark, technisch versiert und schlägt gute Flanken, doch noch fehlt dem 20-Jährigen die Konstanz und mitunter die Körperlichkeit.

Bei Union war er schon in der U19 meist nur Joker. Da die Köpenicker bekanntlich keine zweite Mannschaft mehr haben und es leistungsmäßig nicht für den Sprung zu den Profis reichte, musste Nikol gut überlegen, wo er seine ersten Schritte im Männerbereich gehen wollte und entschied sich für Hertha BSC II.

Dort kam er unter Trainer Ante Covic – mit Ausnahme von Testspielen – aber nicht zum Zug, wurde in der Hinrunde der Saison 2020/21 lediglich einmal für elf Minuten eingewechselt.

Trotzdem griff der SV Babelsberg 03 im Winter zu. Bei den Filmstädtern durfte sich Nikol beweisen, kam auf 14 Partien und erzielte beim 2:1-Heimsieg gegen den FSV 63 Luckenwalde das siegbringende Tor zum Endstand – sein erstes überhaupt im Männerfußball. Dennoch ging es für ihn in Potsdam nicht weiter.

Ronny Nikol (l., daneben Etienne) betrieb in Weißensee zehn Jahre die Fußballarena BoBo Fuego. Auf dem Areal entstehen nun aber Wohnungen.

Ronny Nikol (l., daneben Etienne) betrieb in Weißensee zehn Jahre die Fußballarena BoBo Fuego. Auf dem Areal entstehen nun aber Wohnungen.

© Matthias Koch

Ronny Nikol spielt noch immer in der Traditionself des 1. FC Union Berlin

Ob er in die Fußstapfen seines einsatzfreudigen und kampfstarken Vaters treten kann, der 121 Partien in der 2. Bundesliga und 96 Begegnungen in der 3. Liga bestritt, bleibt abzuwarten. Ronny jedenfalls war dank seiner Spielweise bei einem Großteil aller Fans der Klubs, für die er auflief, beliebt.

Gerade in seinen sechs Jahren bei Union und seinen drei Jahren bei Dynamo Dresden blieb er in Erinnerung, doch er lief auch für den FC Berlin (heute wieder BFC Dynamo), FC Carl Zeiss Jena, FC Energie Cottbus, 1. FC Nürnberg und Rot-Weiss Essen auf, ehe er seine Karriere beim Berliner Athletik Klub 07 und der VSG Altglienicke ausklingen ließ.

Ronny Nikol im Einsatz für die Traditionself des 1. FC Union Berlin.

Ronny Nikol im Einsatz für die Traditionself des 1. FC Union Berlin.

© Matthias Koch

Aufgehört hat der 48-Jährige aber noch immer nicht. Nikol spielt regelmäßig für die Traditionsmannschaft der Eisernen. Ganz ohne Fußball geht es halt nicht.

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