Forschung

Garching: Laser soll Grundlagen für Fusionskraftwerke prüfen

Das Start-up Marvel Fusion versucht sich an der Energieerzeugung der Zukunft. Laser sollen saubere und sichere Kernfusion ermöglichen. Jetzt wird die Theorie dahinter in Garching bei München getestet.

dpa
2 Min
Ein Versuchsaufbau am Laser ATLAS-3000 am Center for Advanced Laser Applications (CALA) der Ludwig-Maximilians-Universität während der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen der LMU und der Marvel Fusion GmbH.

Ein Versuchsaufbau am Laser ATLAS-3000 am Center for Advanced Laser Applications (CALA) der Ludwig-Maximilians-Universität während der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen der LMU und der Marvel Fusion GmbH.

© Sven Hoppe/dpa

Auch der Freistaat gibt 2,5 Millionen Euro, die allerdings in die Verbesserung des Lasers am Centre for Advanced Laser Applications (Cala) fließen, mit dem in verschiedensten Bereichen geforscht wird. Marvel profitiert hier also nur indirekt von der Förderung.

Ziel von Marvel ist es, binnen zehn Jahren Fusionskraftwerke zu bauen, bei denen mit Hilfe von extrem kurzen aber starken Laserpulsen das Element Bor mit Protonen zu drei Heliumteilchen verschmolzen wird. Dabei soll Energie freiwerden, aus der Strom gewonnen werden kann.

Kein strahlender Müll

Anders als Kernspaltung erzeugt Kernfusion keine großen Mengen lange strahlenden Mülls. Zudem sind katastrophale Kettenreaktionen ausgeschlossen. Der seit Jahrzehnten verfolgte klassische Ansatz zur Kernfusion versucht, Plasma mit Hilfe von Magnetfeldern zusammenzuhalten und sehr stark zu erhitzen. Seit einigen Jahren gibt es allerdings eine Reihe von Unternehmen, die die Fusion mit Hilfe von Lasern erzeugen wollen. Marvel will winzige, sehr speziell geformte Ziele mit mehreren Lasern beschießen. Das soll Teilchen in den Zielen so stark beschleunigen, dass sie zusammenstoßen und fusionieren.

Noch ist nicht sicher, ob die Technologie funktionieren wird. Die Kernfusion sei „das Dauerversprechen zur Lösung der großen Energiefragen“, sagte der bayerische Wissenschaftsminister Markus Blume bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. Man werde schauen, ob die Physik zulasse, was man sich verspreche. In Bayern habe man die Chance, einen Beitrag zu leisten, der weit über das hinausreiche, was an Ansätzen zur Fusion vorhanden sei.

Auch finanziell ist der Weg weit: Bisher hat Marvel nach eigenen Angaben rund 60 Millionen Euro an Kapital eingeworben. Sollte es zum Kraftwerksbau kommen, wären die Kosten mit mehreren Milliarden Euro ein Vielfaches. Gelingt die Kernfusion per Laser allerdings, könnte sie große Mengen Energie zu geringen Kosten erzeugen. Mittelfristig wolle man eine der kommerziell attraktivsten Energiequellen liefern, sagte Marvel-Chef Moritz von der Linden. Anfangs könnte der Strompreis ihm zufolge bei 10 Cent pro Kilowattstunde liegen, später bei 5.

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