Es hat sich unter Feinschmeckern herumgesprochen: Brandenburg ist längst keine von Eß-Banausen bevölkerte finstere Provinz mehr, in der man ohne gut gefüllten Proviantbeutel unweigerlich verhungern müßte. Dementsprechend quillt auch der Büchermarkt schier über von gastronomischen Führern durch die nähere oder weitere Umgebung Berlins. Eines der jüngeren Beispiele ist "Landgasthäuser und Schloßhotels Kulinarisch reisen rund um Berlin", das in diesem Frühjahr erschienen ist. Autor Hans-Joachim Schlichtholz stellt darin 33 meist idyllisch gelegene Restaurants vor. Aufgegliedert in acht Regionen von der Prignitz bis zur Niederlausitz liest sich das Büchlein wie eine gastronomische "Tour de Brandenburg". Über eine Kurzbeschreibung des Gasthauses und eine Wegbeschreibung (leider nur per Auto) hinaus stellt der Autor er wohnt selber im Spreewald die Gegenden rund um die einzelnen Lokale vor. Neben historischen Abrissen sammelte Schlichtholz eine ganze Reihe nützlicher Adressen von Hotels, Museen, Schlössern und anderen Sehenswürdigkeiten. Dabei begibt sich Schlichtholz natürlich auch auf die Spuren des unvermeidlichen Theodor Fontane, etwa wenn er das Ruppiner Land beschreibt.Die Speisekarten der einzelnen Gasthöfe spiegeln häufig jahrhundertealte Eßgewohnheiten der einheimischen Bevölkerung wider: Sehr viel Kartoffeln, Fleisch und Fisch. Doch es gibt auch "moderne" Speisen. So bietet etwa das Restaurant "Kleines Schloß" in Babelsberg lecker klingende Krabben-Gerichte an. Etwas zu kurz kommen freilich Vegetarier. Die scheinen in Brandenburg wahrhaft schlechte (Speise-)Karten zu haben. Der Clou des Büchleins sind zweifellos die Rezepte, nach denen man die jeweils "besten" Gerichte jedes einzelnen Restaurants nachkochen kann. "Landgasthäuser und Schloßhotels Kulinarisch reisen rund um Berlin" von Hans-Joachim Schlichtholz, Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin. Preis: 19,80 Mark.
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