BERLIN. Der Berliner Gasversorger Gasag hält weitere Preiserhöhungen in diesem Jahr für möglich. "Wenn sich erneut ein Druck auf unsere Bezugskosten ergibt, werden wir die Preise erhöhen", sagte Vorstandssprecher Georges Hoffmann gestern auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens. Allerdings werde es im zweiten Quartal definitiv keine Preiserhöhungen geben, ergänzte Vorstandsmitglied Andreas Prohl.Der Anstieg der Gaspreise zum 1. Oktober 2005 und zum 1. Januar 2006 haben dem Renommee der Gasversorger schwer zugesetzt. "Wir haben alle in der Branche mit unserem Image zu kämpfen", sagte Hoffmann. Allein die Gasag habe seit Oktober 2005 fast 41 000 Beschwerdebriefe erhalten. Etwa 3 000 Kunden hätten nach der Erhöhung nicht den vollen Rechnungsbetrag überwiesen. Vertriebsvorstand Prohl betonte aber, dass gegen Kunden, die ihre Rechnung überhaupt nicht bezahlen würden, auf jeden Fall juristisch vorgegangen werde. Die Anzahl dieser Kunden sei aber gering.Gegen die Preiserhöhung hat die Verbraucherzentrale Berlin mit 42 Gasag-Kunden eine Sammelklage eingereicht. Der Termin für den ersten Verhandlungstag ist auf Mitte Juni angesetzt.Nur leichter GewinnrückgangTrotz der steigenden Preise verringerte sich der Gewinn der Gasag aufgrund höherer Beschaffungskosten leicht. Den Rückgang um vier Millionen Euro auf 49,6 Millionen Euro begründete das Unternehmen mit einer erhöhten Steuerlast im vergangenen Jahr und den zusätzlichen Aufwendungen für die Ausgliederung des Netzbetriebs in die NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg.Der Berliner Gasversorger gehört den Firmen Gaz de France, Vattenfall Europe und der Eon-Tochter Thüga.
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