Bundesparteitag

GdP warnt vor Polizeimangel beim AfD-Parteitag in Erfurt: Sorge um Einsatzkräfte

Bis zu 50.000 Demonstranten werden in Erfurt erwartet. Die Polizeigewerkschaft fürchtet nun zu wenig Einsatzkräfte vor Ort.

2 Min
Die GdP warnt vor Engpässen beim Polizeieinsatz zum AfD-Parteitag.

Die GdP warnt vor Engpässen beim Polizeieinsatz zum AfD-Parteitag.

© Bodo Schackow/dpa

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat vor möglichen Engpässen beim Polizeieinsatz zum Bundesparteitag der AfD am 4. und 5. Juli in Erfurt gewarnt. Mehrere Tausend Polizeibeamte aus ganz Deutschland sollen dabei im Einsatz sein, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Jochen Kopelke den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Für die Einsatzleitung in Thüringen bleibe jedoch ein Restrisiko, weil einzelne Bundesländer wegen eigener Einsatzlagen einen Teil der zugesagten Kräfte kurzfristig doch im Land behalten könnten.

„Meine Sorge ist, dass die Polizei für den AfD-Parteitag am Ende nicht genügend Kräfte auf die Straße bekommt“, sagte Kopelke. Schon bei vergangenen Großereignissen habe sich ein Mangel an Einsatzreserven gezeigt. Insbesondere die Bereitschaftspolizei sei seit der Corona-Pandemie stärker belastet, weil es nach seinen Worten „mehr Demonstrationen und mehr Eskalationen“ gebe. Dauerhaft lange Einsätze führten zudem langfristig zu mehr Krankmeldungen.

Rund 30 angemeldete Demonstrationen

Die Linke, Gewerkschaften, die Grünen und weitere Organisationen haben zu Protesten gegen den Parteitag aufgerufen. Bislang seien etwa 30 Demonstrationen und Kundgebungen angemeldet, teilte eine Sprecherin der Stadt Erfurt am Dienstag auf Anfrage mit. Die größte Kundgebung werde vom Deutschen Gewerkschaftsbund und weiteren Organisationen auf dem Erfurter Messegelände in Parteitagsnähe veranstaltet.

Nach Angaben Kopelkes rechnet die Polizei in Thüringen mit bis zu 50.000 Protestierenden, darunter 2000 bis 2500 Gewaltbereite. Viele Demonstrierende sähen sich als „letzte Bastion gegen den Aufstieg der extremen Rechten in Deutschland“, sagte er. Der von der AfD gewählte Termin liege zudem genau 100 Jahre nach dem NSDAP-Reichsparteitag, der 1926 in Weimar stattfand. Das steigere nach Einschätzung Kopelkes „Wut und Entschlossenheit“ der AfD-Gegner und lasse eine Eskalation der Proteste befürchten. (mit dpa)

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