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Gefährliche Fahrt durch Straße von Hormus: Reeder locken Seeleute mit hohen Boni

Eine Fahrt durch die Straße von Hormus birgt Risiken für Seeleute. Reedereien bieten einem Bericht zufolge nun Bonuszahlungen an – teils in der Höhe mehrerer Monatsgehälter.

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Handelsschiffe liegen in der Nähe von Chasab, einer Kleinstadt im Norden Omans, in der Straße von Hormus.

Handelsschiffe liegen in der Nähe von Chasab, einer Kleinstadt im Norden Omans, in der Straße von Hormus.

© Wen Xinnian/Xinhua/dpa

Der Konzern Sinokor Group, laut Bloomberg der weltweit größte Besitzer von Supertankern, bietet seinen Seeleuten offenbar hohe Bonuszahlungen in Höhe von sechs zusätzlichen Monatsgehältern für eine Fahrt durch die Straße von Hormus an. Das berichtet der Finanzdienst unter Berufung auf ein ihm vorliegendes Dokument, das Ende der vergangenen Woche verbreitet wurde.

Die Aufgabe: In Saudi-Arabien oder im Irak Öl aufnehmen und im Golf von Oman entladen. Die Dauer der Reise beträgt laut Bloomberg etwa einen Monat.

Doch die Seeleute gehen dabei ein hohes Risiko ein. Seit Kriegsbeginn Ende Februar sind in und um den Persischen Golf mindestens 59 Handelsschiffe angegriffen worden. 17 Seeleute kamen dabei ums Leben, meldete die Schifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen laut Bloomberg.

Gefährliche Fahrt durch die Straße von Hormus

Bereits vergangene Woche starben mindestens zwei Seeleute, ein weiteres Schiff wurde am Montag aufgegeben. Am Dienstag traf es erneut einen Tanker: die „Kaifan“, ein Öltanker der Kuwait Oil Tanker Co., wurde in der Straße von Hormus von einem unbekannten Geschoss getroffen, teilte das Sicherheits- und Krisenmanagementunternehmen EOS Risk Group laut Bloomberg mit.

Die jüngsten Angriffe zielen dem Bericht zufolge vor allem auf Öltanker, die entlang der omanischen Küste durch die Meerenge fahren – oft mit abgeschalteten Transpondern, wodurch ihre Position nicht öffentlich sichtbar ist. Für die Reeder ist die Durchfahrt trotz allem lukrativ. Sie können laut Bloomberg Millionenbeträge für eine Fahrt durch die Straße von Hormus und wieder heraus verlangen. Auch Versicherer verlangen inzwischen hohe Aufschläge.

„Ihnen werden riesige Boni geboten“

Am besten bezahlt ist auf den meisten Schiffen der Kapitän. Er hat das letzte Wort bei allen Navigationsentscheidungen und verdient auf Öltankern bis zu 15.000 US-Dollar im Monat, erklärten zwei Quellen laut Bloomberg. Ein einfacher Matrose komme dagegen in normalen Zeiten auf etwa 1500 Dollar, sagte ein Vertreter einer Reederei dem Bericht zufolge.

Die Bonusangebote fallen unterschiedlich aus. Zwei Personen, die für Schiffe in der Meerenge Besatzungen anwerben, berichteten Bloomberg von generell niedrigeren Sätzen als bei Sinokor – aber weiterhin von erheblichen Prämien. Eine Quelle nannte demnach Aufschläge von bis zu 60 zusätzlichen Gehaltstagen auf einen 30-Tage-Vertrag.

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Doch nicht alle nehmen das Geld. „Ihnen werden von einigen Unternehmen riesige Boni geboten“, sagte Kapitän Pradeep Chawla, Vorsitzender der Ausbildungsorganisation GlobalMET, laut Bloomberg. „Wir haben von einer großen Zahl von Crewmitgliedern gehört, die von Bord gehen, aber sie finden Leute, die bereit sind zu fahren.“ Ein einfacher Matrose hat das Recht, von Bord zu gehen und ersetzt zu werden, wenn er nicht in die Gefahrenzone fahren will.

Straße von Hormus: Verkehr bricht ein

Der sichtbare Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist stark zurückgegangen. In der Woche bis zum 19. Juli passierten laut S&P-Global-Analyst Rahul Kapoor im Schnitt nur noch sieben Tanker pro Tag die Meerenge – eine Woche zuvor waren es noch 16, berichtete Bloomberg. Am Dienstag seien keine Schiffe bei der Durchfahrt zu beobachten gewesen.

Zur Gefahr im Golf kommt nun eine zweite Front: Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen drohten am Montag damit, den saudischen Schiffsverkehr im Roten Meer zu blockieren.

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