Indopazifik

Gegen Chinas Einfluss im Pazifik: Australien bindet Vanuatu enger an sich

Der Nakamal-Vertrag schließt Militärbasen auf Vanuatu aus. Der pazifische Inselstaat muss Australien konsultieren, kann aber weiterhin mit chinesischen Partnern kooperieren.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Anthony Albanese (r.) und Jotham Napat nach der Unterzeichnung des Nakamal-Abkommens in Canberra

Anthony Albanese (r.) und Jotham Napat nach der Unterzeichnung des Nakamal-Abkommens in Canberra

© David Gray/AFP

Australien und Vanuatu haben am Montag in Canberra das sogenannte Nakamal-Abkommen unterzeichnet. Premierminister Anthony Albanese und sein Amtskollege Jotham Napat besiegelten den Sicherheits- und Entwicklungspakt nach monatelangen, teils schwierigen Verhandlungen, wie der australische Sender ABC und die Nachrichtenagentur AAP berichteten.

Kern des Vertrags ist die Festlegung, dass Vanuatu auf seinem Staatsgebiet keinen ausländischen Stützpunkt zulassen wird. „Die Vereinbarung umfasst Vanuatus souveräne Entscheidung, sein Territorium nicht für eine ausländische Militärbasis oder Infrastruktur nutzen zu lassen“, sagte Albanese laut AAP.

Australien werde damit als wichtigster Wirtschafts-, Sicherheits- und Entwicklungspartner des Inselstaats bestätigt. Napat sprach von einem bedeutenden Schritt für die bilateralen Beziehungen.

Der Inselstaat Vanuatu liegt im südwestlichen Pazifik östlich von Australien. Mit gut 300.000 Einwohnern gehört das Land zu den kleineren Staaten Ozeaniens. Bis zur Unabhängigkeit 1980 waren die Neuen Hebriden ein von Großbritannien und Frankreich gemeinsam verwaltetes Gebiet. Die Bevölkerung besteht fast vollständig aus indigenen Melanesiern, die Wirtschaft prägen Tourismus und Landwirtschaft. Zugleich treffen Erdbeben, Zyklone und andere Naturkatastrophen Vanuatu immer wieder.

Streit um Souveränität

Der nun unterzeichnete Text ist nach Angaben von ABC eine entschärfte Version der ursprünglichen Vereinbarung, die im vergangenen Jahr in Vanuatu vorab gebilligt worden war. Im September hatte Napat eine geplante Unterzeichnung in Vanuatus Hauptstadt Port Vila kurzfristig abgesagt, weil Teile seines Kabinetts Bedenken um die Souveränität des Landes geäußert hatten. Beide Seiten strichen anschließend Klauseln, die chinesische Investitionen in Häfen, Flughäfen und Telekommunikation klar begrenzt hätten.

Laut einem von ABC zitierten Entwurf erhält Canberra kein Vetorecht über Investitionen in kritische Infrastruktur. Vanuatu sagt aber zu, Australien zu konsultieren, wenn Drittstaaten dort tätig werden sollen. Australien wird zudem als langjähriger wichtigster Partner in Polizeifragen anerkannt. Vanuatu darf jedoch weiterhin auch mit China in Polizeifragen zusammenarbeiten.

Finanzielle Gegenleistungen

Im Hintergrund steht das Ringen zwischen Canberra und Peking um Einfluss im Pazifik. Die australische Regierung warf China nach ABC-Informationen vor, das Abkommen blockieren zu wollen. Peking verhandelt mit Vanuatu parallel über ein eigenes Abkommen mit dem Namen Namele.

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Die ursprüngliche Fassung sah laut ABC rund 500 Millionen australische Dollar, umgerechnet rund 303 Millionen Euro, an Zusagen über zehn Jahre vor. Welche finanziellen Verpflichtungen die nun unterzeichnete Version enthält, ist nicht öffentlich bekannt.

Offen bleibt auch, wie weit Australien Vanuatu bei erleichterten Reise- und Visaregelungen entgegenkommt – ein zentrales Anliegen Napats. Albanese wird in den kommenden Wochen zu Gesprächen über weitere regionale Verträge nach Fidschi und auf die Salomonen reisen.

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