Der Intendant des Südwestdeutschen Rundfunks (SWR), Kai Gniffke, war mit einer Grundvergütung von 392.530 Euro im vergangenen Jahr der Top-Verdiener unter dem Spitzenpersonal der ARD. Dies geht aus einer Tabelle hervor, die der Senderverbund am Montag veröffentlichte.
Diese zeigt die Höhe der Grundvergütungen für die neun Intendanten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Auf dem zweiten Platz landete demnach die Intendantin des Westdeutschen Rundfunks (WDR), Katrin Vernau, mit 348.000 Euro Grundgehalt.
Wer legt die Gehälter in der ARD fest?
Für die festangestellten Mitarbeiter ergeben sich die Gehälter aus Tarifverträgen. Diese handeln die Rundfunkanstalten mit den Gewerkschaften aus.
Die Verträge gelten jeweils für eine bestimmte Laufzeit, in der Regel über mehrere Jahre. Sie legen fest, wie die unterschiedlichen Tätigkeiten und Berufsbilder bewertet, eingruppiert und bezahlt werden.
Entscheidend ist, welche Aufgabe jemand übernimmt. Die Tarifverträge regeln, welches Gehalt etwa in der IT und Technik, in der Redaktion, in der Assistenz oder in der Produktion zu zahlen ist. Auch tariflich vergütete Führungskräfte wie Redaktionsleiter fallen darunter.
Warum Intendanten außerhalb des Tarifs bezahlt werden
Wer eine Rundfunkanstalt leitet, trägt laut ARD große Verantwortung – für das Programm und für die Beschäftigten. Deshalb werden die Mitglieder der Geschäftsleitungen außertariflich vergütet, also die Intendanten sowie die Direktoren.
Die Sparpläne des MDR: „Ohne Gebührenerhöhung kein Tatort“
Statt ARD und ZDF: Was ein sogenannter Smartfunk für zwei oder fünf Euro besser könnte
Auch die Hauptabteilungsleiter fallen den Angaben zufolge ganz überwiegend unter diese außertarifliche Vergütung. Ihr Gehalt legen die Spitzen nicht selbst fest. Darüber entscheiden die Aufsichtsgremien der jeweiligen Anstalt, in der Regel der Verwaltungsrat, der für die Kontrolle der Finanzen zuständig ist.
So viel verdienten die Intendanten 2025
Die jährlichen Vergütungen der Intendanten weist die ARD für das Bezugsjahr 2025 aus, alle Beträge auf volle Euro aufgerundet. Auch die Vergütung der ARD-Programmdirektorin ist für 2025 angegeben.
Jährliche Vergütungen der Intendanten der ARD im Überblick
- Bayerischer Rundfunk (BR), Katja Wildermuth: 340.367 Euro (Jahresbezüge), 7807 Euro (Sachbezüge)
- Hessischer Rundfunk (hr), Florian Hager: 255.000 Euro (Jahresbezüge), 3000 Euro (Aufwandsentschädigung), 9171 Euro (Sachbezüge)
- Mitteldeutscher Rundfunk (MDR), Ralf Ludwig: 280.750 Euro (Jahresbezüge), 13.265 Euro (Sachbezüge)
- Norddeutscher Rundfunk (NDR), Joachim Knuth (bis 31.8.2025): 248.636 Euro (Jahresbezüge), 6400 Euro (Aufwandsentschädigung), 3800 Euro (Sachbezüge)
- Radio Bremen, Yvette Gerner: 289.000 Euro (Jahresbezüge), 5001 Euro (Aufwandsentschädigung)
- Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), Ulrike Demmer: 220.000 Euro (Jahresbezüge), 13.925 Euro (Sachbezüge)
- Saarländischer Rundfunk (SR), Martin Grasmück: 245.000 Euro (Jahresbezüge), 1801 Euro (Sachbezüge)
- Südwestrundfunk (SWR), Kai Gniffke: 392.530 Euro (Jahresbezüge), 8059 Euro (Sachbezüge)
- Westdeutscher Rundfunk (WDR), Katrin Vernau: 348.000 Euro (Jahresbezüge), 11.500 Euro (Sachbezüge)
- Deutsche Welle (DW), Peter Limbourg (bis 30.9.2025): 217.500 Euro (Jahresbezüge), 6248 Euro (Sachbezüge)
- Deutsche Welle (DW), Barbara Massing (ab 1.10.2025): 63.750 Euro (Jahresbezüge), 1061 Euro (Sachbezüge)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]