TV-Kritik

Die Konflikte einer deutschen Amtsstube: Antragsteller in Sandalen gelten als Querulanten

Die ZDFneo-Serie „Nine to Five“ spielt mit dem Innenleben eines Berliner Bürgeramtes. Das ist ganz nett, aber in der Realität hätten die Leute lieber eine effektive Behörde.

3 Min
Inside Bürgeramt: alle überfordert, inklusive Chefin

Inside Bürgeramt: alle überfordert, inklusive Chefin

© ZDF

Die Anschrift „Bürgeramt Tiergarten-Mitte-West“ klingt bürokratisch real, der Serientitel „Nine to Five“ dagegen schon wieder nach amerikanischer Sitcom. Die achtteilige ZDFneo-Serie zeigt nicht etwa, warum die Berliner so lange auf einen Amtstermin warten müssen – die Bürger bleiben hier reine Staffage, ihre Anliegen sind Nebensache. „Nine to Five“ spielt mit den inneren Konflikten einer deutschen Amtsstube, und ganz neu ist das nicht im deutschen Fernsehen. So hatte schon die RTL-Serie „Das Amt“ von 1997 bis 2003 genüsslich vorgeführt, wie ein Bauamt konsequent jeden Antrag blockiert.

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