Tourismus

Vom Tagebau zum Sommerparadies: Nordteil des Geiseltalsees offiziell freigegeben

Der Geiseltalsee im Saalekreis ist nun komplett für Tourismus und Wassersport zugänglich – ein Beispiel für den Wandel vom Tagebau zum Freizeitsee.

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Der Geiseltalsee ist nun vollständig geöffnet und wird für Tourismus und Wassersport freigegeben. Damit wächst einer der größten künstlichen Seen Deutschlands weiter zum Urlaubs-Hotspot.

Der Geiseltalsee ist nun vollständig geöffnet und wird für Tourismus und Wassersport freigegeben. Damit wächst einer der größten künstlichen Seen Deutschlands weiter zum Urlaubs-Hotspot.

© Steffen Schellhorn/imago

Wenn die Luft über dem Wasser flimmert und der Asphalt fast schon weich wirkt, bedeutet das, der Sommer ist da und mit ihm auch die Saison der Freibäder, Badeseen und lauen Sommernächte am Ufer des Geiseltalsees. Alle Sonnenanbeter können sich freuen, denn der nördliche Bereich des Geiseltalsees ist ab sofort offiziell für Wassersport und touristische Nutzung freigegeben.

Mit einer symbolischen Banddurchtrennung haben Landrat Hartmut Handschak (parteilos), Vertreter der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) sowie die Bürgermeister der Anrainergemeinden den letzten bislang gesperrten Abschnitt eröffnet. Damit ist der Geiseltalsee nun vollständig touristisch nutzbar.

Wo früher Bagger standen, fahren heute Segelboote

Die Freigabe gilt als weiterer Meilenstein in der Entwicklung eines der größten künstlichen Seen Deutschlands – und als sichtbares Zeichen des Strukturwandels im Saalekreis. Über 300 Jahre wurde im Gebiet des heutigen Sees Braunkohle gefördert. Am 30. Juni 1993 endete der Bergbau, danach begann die schrittweise Umgestaltung der Landschaft.

Zwischen 2003 und 2011 wurde das ehemalige Tagebaugebiet geflutet. Schon früh entstanden hier erste touristische Strukturen: 2012 wurde der Bereich um die Marina Mücheln freigegeben, es folgten Erweiterungen 2014 und 2017. Mit dem nun abgeschlossenen Verfahren ist auch der nördliche Seeteil offiziell zugänglich geworden. Nach mehreren Jahren Abstimmung zwischen Kommunen, Naturschutzbehörden und LMBV.

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Für Besucher bringt die neue Allgemeinverfügung einige Veränderungen mit sich. Der nördliche Seebereich kann künftig genutzt werden, außerdem ist dort nun auch Kitesurfen erlaubt. Die bisherige PS-Beschränkung wird aufgehoben, die Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem See bleibt jedoch bestehen.

Vom Tagebau zum Sommer-Hotspot

Heute zählt der Geiseltalsee mit einer Wasserfläche von rund 8,4 Quadratkilometern und etwa 41 Kilometern Uferlinie zu den größten künstlichen Seen Deutschlands. Rund um das Gewässer haben sich in den vergangenen Jahren Ferienanlagen, Campingplätze und Marinas entwickelt, die zunehmend Besucher aus ganz Deutschland anziehen. Das Freizeitangebot reicht vom Segeln und Motorbootfahren bis zu Rad- und Wandertouren entlang des Ufers.

Auch ein Weinberg gehört inzwischen zum Landschaftsbild: Der „Goldene Steiger“ zeigt, wie sich die ehemalige Bergbauregion auch landwirtschaftlich neu erfunden hat. Auf rekultivierten Flächen wachsen dort unter anderem Müller-Thurgau und Portugieser.

Gleichzeitig hat sich rund um den See ein ökologisch bedeutender Lebensraum entwickelt. Zahlreiche Vogelarten nutzen das Gebiet als Rast- und Brutraum, darunter Blässgänse, Tafelenten, Kormorane und Bienenfresser. Auch seltene Arten wie die sogenannte Furchenbiene wurden hier nachgewiesen. Der Geiseltalsee gilt damit nicht nur als Freizeitregion, sondern auch als wichtiger Naturraum.

Landrat Hartmut Handschak betonte bei der Freigabe die Bedeutung des Projekts für die Region. Der Wandel vom Tagebau zum Erholungsgebiet sei vor wenigen Jahrzehnten noch kaum vorstellbar gewesen. Heute sei der Geiseltalsee ein Beispiel dafür, wie Strukturwandel in der Praxis aussehen könne, nämlich als Zusammenspiel von Tourismus, Wirtschaft und Naturschutz.

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