Gelände für den Höhepunkt der 20-Jahr-Feier ist Trinkwasserschutzgebiet / Genehmigung steht aus

Noch fehlen die Parkplätze für die Messebesucher

Mathias Raabe
2 Min

Vier Wochen vor Beginn der ersten "Marzahner Frühjahrsmesse" gibt es massive Probleme. Noch immer hat der Veranstalter, die Messe Marketing GmbH (MMA), keine Genehmigung der Senatsumweltverwaltung für Besucher-Parkplätze auf dem vorgesehenen Gelände. Denn das Messegelände an der Köpenicker Straße in Biesdorf-Süd liegt in einem Trinkwasserschutzgebiet. Die neuntägige Veranstaltung eine Mischung aus Volksfest, Gewerbeschau und Konsumgütermesse soll einer der Höhepunkte zum 20. Jahrestag der Bezirksgründung werden. Mehr als 400 Firmen aus mehreren Ländern haben sich beim Veranstalter schon angemeldet. Dieser rechnet auf dem 60 000 Quadratmeter großen Gelände vom 24. April bis 2. Mai mit rund 100 000 Besuchern. Um den erwarteten Besucherstrom auffangen zu können, sind bis zu tausend Pkw-Stellplätze nötig. "Wir haben Parkflächen auf 25 000 Quadratmetern geplant", sagt MMA-Projektleiter Jürg Jürgens.Derzeit liegt der Antrag bei der Umweltverwaltung des Senats. Deren Sprecherin Ina Sünder wollte sich zu den Chancen auf Bewilligung nicht äußern: Man sei noch mit der Prüfung beschäftigt. Der Messebetreiber müsse aber bestimmte Auflagen erfüllen, um sicherzustellen, daß weder Öl noch Benzin in den Boden gelangen. Auch MMA-Vertreter Jürgens hält sich bedeckt. Nach seinen Worten gehen die Meinungen darüber, wie der nötige Schutz des Bodens zu erreichen sei, auseinander. "Es gibt Lösungen, die kosten eine Million, andere nur 50 000 Mark." Jürgens rechnet mit einer Entscheidung in den nächsten 14 Tagen. Die Frühlingsmesse, ein Reputations-Projekt für den Ost-Bezirk, hält er für nicht gefährdet. Das sieht Wirtschaftsstadtrat Harald Paul (SPD) ähnlich. Er befürchtet jedoch eine Beeinträchtigung der Veranstaltung, wenn die Besucher-Parkplätze nicht genehmigt würden. "Besucher müssen sich dann Parkplätze in der Umgebung des Festgeländes suchen", fürchtet er. Aber das wird schwierig: Entlang der vielbefahrenen Köpenicker Straße herrscht Parkverbot. Zwar gibt es nahe dem Messegelände einen Parkplatz am U-Bahnhof Elsterwerdaer Platz mit etwa 250 bis 300 Plätzen. Der könnte aber allenfalls an den Wochenenden von den Messe-Besuchern genutzt werden. Wochentags ist der Platz, der auch als Bus-Bahnhof genutzt wird, zu 80 Prozent von Berufspendlern belegt. Parkplatzsuchende müßten daher auf die Seitenstraßen im Siedlungsgebiet ausweichen. Ob dann überhaupt noch Besucher aus anderen Teilen Berlins nach Marzahn kommen, wird von vielen bezweifelt.

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