Autofahrer auf italienischen mautpflichtigen Autobahnen können seit dem 1. Juni 2026 unter bestimmten Voraussetzungen eine teilweise oder vollständige Rückerstattung der Maut erhalten. Grundlage ist laut der Nachrichtenagentur Ansa eine Regelung der italienischen Verkehrsregulierungsbehörde (ART), die Entschädigungen bei baustellenbedingten Verzögerungen und längeren Verkehrsblockaden vorsieht.
Nach Angaben der italienischen Autobahngesellschaft Autostrade per l’Italia wird die Erstattung bei baustellenbedingten Verzögerungen auf Grundlage von Baustellenmerkmalen und der Dauer des Zeitverlustes berechnet. Ein Anspruch besteht demnach bei Strecken unter 30 Kilometern unabhängig von den Stauminuten, bei Routen zwischen 30 und 50 Kilometern ab 10 Minuten und bei längeren Fahrten ab 15 Minuten Verzögerung.
Bei vollständigen Verkehrsblockaden ist die Erstattung als fester Prozentsatz der Maut an die Dauer des Stillstands gekoppelt. Autofahrer erhalten 50 Prozent der Gebühr bei einer Blockade von 60 bis 119 Minuten zurück. Bei einer Dauer von 120 bis 179 Minuten steigt die Rückzahlung auf 75 Prozent, und ab einer Verzögerung von drei Stunden wird die Maut vollständig erstattet.
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Antrag über App der Betreiber
In einer ersten Phase gilt die Regelung für baustellenbedingte Verzögerungen laut Ansa nur auf Strecken, die vollständig von demselben Autobahnbetreiber betrieben werden. Eine Ausweitung auf Fahrten über mehrere Betreiber hinweg sei bis Dezember 2026 vorgesehen.
Die Entschädigung kann über eine digitale Plattform der privaten Autobahnbetreiber beantragt werden. Nutzer können laut Autostrade per l'Italia ihr elektronisches Mautgerät oder Fahrzeugkennzeichen registrieren oder die Quittung der Mautstation einscannen, wie der italienische Sender Sky TG24 berichtet. Für nicht registrierte Autofahrer ist die Beantragung dem Bericht zufolge auch unter Angabe der Mailadresse und der Mautquittung möglich.
Ausgezahlt wird nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur ab einem Betrag von mehr als einem Euro. Die neue Regelung gilt nicht bei Notfall-Baustellen, Unfällen oder wetterbedingten Störungen.
Hürden für ausländische Autofahrer
Für Urlauber auf dem Weg nach Südtirol, in die Toskana oder weiter südlich könnte die Beantragung nach dpa-Angaben schwierig sein: Zur Registrierung in der App ist demnach eine italienische Steuernummer nötig. Diese zu erhalten sei zwar möglich, aber umständlich.
Der Automobilclub ADAC kritisierte dem Bericht zufolge, Italien zähle zu den Ländern mit den höchsten Autobahngebühren in Europa und habe ein kompliziertes System. (mit dpa)
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