Die Polizei hat in Wuppertal einen 32-Jährigen und seine 40-jährige Lebensgefährtin festgenommen, die nach aktuellem Ermittlungsstand seit dem vergangenen Jahr Falschgeld im Wert von mehr als 300.000 Euro produziert und in Umlauf gebracht haben sollen. Wie der erste Kriminalhauptkommissar Thomas Lamnek in Ingolstadt mitteilte, gelang es den Fahndern nach monatelanger Spurensuche, die Fälscher-Werkstatt im Oktober auszuheben und das Paar festzunehmen. „Der vorliegende Fall ist ein großer Ermittlungserfolg“, sagte Lamnek.
Die Ermittler fanden im Auto des Beschuldigten zahlreiche gefälschte 50-Euro-Scheine. Bei dem Zugriff produzierten die in der Werkstatt installierten Drucker weiterhin seitenweise Falschgeldbögen. Die Polizei präsentierte auf einer Pressekonferenz Beweismittel aus der Werkstatt, darunter einen von insgesamt 13 sichergestellten Druckern, ein Schneidebrett und zahlreiche Blüten. In der Wuppertaler Wohnung des Mannes hatte das Duo vornehmlich 50-Euro-Noten gefälscht und diese unter Verwendung eines Pseudonyms über das Internet und den Messengerdienst Telegram verkauft, so Lamnek.
Den Ermittlern zufolge lebten die Verdächtigen unauffällig: Der 32-Jährige war als Kfz-Lackierer beschäftigt, seine Partnerin arbeitete als Verwaltungsangestellte. Dass das Paar über einen längeren Zeitraum hinweg nicht ins Visier der Behörden geriet, führen die Ermittler auf ihre zurückhaltende Lebensweise zurück. „Sie haben sich sehr bedeckt gehalten“, sagte der Kriminalhauptkommissar.
Verdächtiger soll ein geschickter Bastler und Handwerker sein
Die Polizei war dem Wuppertaler Duo bei Ermittlungen gegen vier weitere Verdächtige auf die Spur gekommen. Diese sollen rund 31.000 Euro Falschgeld im Raum Bayern in Umlauf gebracht haben. Drei von ihnen wurden im September vom Landgericht Ingolstadt wegen banden- und gewerbsmäßiger Geldfälschung verurteilt. Nach Angaben der Polizei stammte das Falschgeld von den nun festgenommenen Verdächtigen.
„Wir gehen davon aus, dass er sich das selbst beigebracht hat“, erklärte Oberstaatsanwältin Petra Osthoff. Der Mann sei ein geschickter Bastler und Handwerker, die Blüten seien mit der Zeit immer besser geworden. Die von ihm produzierten Scheine seien von der Deutschen Bundesbank als qualitativ gut, aber nicht als hervorragend eingestuft worden. Auffällig sei, dass das Papier der gefälschten Scheine etwas fester sei und das Wasserzeichen dauerhaft sichtbar bleibe, so Osthoff.
Trotz der Sicherheitsmerkmale moderner Euro-Banknoten verzeichnen die Behörden einen Anstieg der Falschgeldkriminalität. Osthoff zufolge gilt das Geschäft als lukrativ, es gebe viele Nachahmer in der Szene. Die Deutsche Bundesbank hat im Jahr 2024 bislang rund 72.400 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen – ein Anstieg um 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
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