Gabor Kiraly: Es war kalt, es war windig, es war dunkel. Keine schöne Arbeitszeit für einen Torwart, der mit einem ruhigen Abend und viel Ruhe rechnet. Doch dann kam alles anders: Frankfurt stürmte, und Kiraly wurde heiß statt kalt. Mal, weil er an einem Ball vorbeisprang; mal, weil er Frankfurts Brinkmann krabbelnd das Spielzeug vom Fuße spitzelte. Somit war er besser als die direkten Vorderleute.Kjetil Rekdal: Der Libero begann mit weiten Wegen bis an Frankfurts Strafraum. Er spielte leider auch vor seinen Manndeckern, als sich zeigte, wie wendig die Angreifer der Eintracht waren. So fiel das 0:1. Fortan hielt Rekdal sich zurück.Hendrik Herzog: Der Verteidiger verbrachte einen Abend beim Chinesen. Chen Yang heißt der, ist Stürmer und nur für ein Lehrjahr in Deutschland. An diesem Abend war es aber Herzog, der in die Lehre ging: Aus drei Metern sah er zu, wie Yang das 0:1 erzielte.Sergej Mandreko: Gegen Kaiserslautern nach 31 Minuten ausgewechselt, weil er einen sogenannten schwarzen Tag erwischte, war dieser immerhin hellgrau. Lange Zeit fiel Mandreko kaum auf, ehe er nach Tretschoks Zuspiel in Minute 55 bis zur Torauslinie durchbrach und für Preetz auflegte zum 2:1.Pal Dardai: Unter den Augen von Ungarns Nationaltrainer bot er im Mittelfeld weit mehr als etwa Wosz. Dardai erspielte Ecken, flankte von rechts und von links und half im Nebenjob auch noch hinten aus.Dariusz Wosz: Der Spielmacher machte viel, nur nicht immer das Spiel. Umringt von Dardai, Tretschok, Mandreko und Thom suchte Wosz nach Platz, doch zögerte er oft beim Abspiel. Immerhin war er Auslöser der Kettenreaktion Wosz Thom Tchami vor dem 3:1.Andreas Thom: Als sein Team hinten lag zeigte er die schönsten Gesten des Ärgerns: Fäuste, Gejammer, Gespucke. Nach Spielende durfte Thom dann jedoch die Urheberrechte auf zwei Tore reklamieren. Erst drosch er eine Ecke präzise auf Preetz Kopf, dann legte er zielgenau auf Tchamis Schuhspitze auf.René Tretschok: In seinem hundertsten Bundesligaspiel agierte auch er auffälliger als Wosz. Tretschok erkämpfte sich den Ball, trug ihn eilends voranund spielte ihn direkt in die Spitze. Diese Geradeaus-Philosophie brachte das 2:1. Alphonse Tchami: Wann immer seine Elf auch Einbahnstraßen-Fußball aufzog Tchami war meist die Sackgasse. In der 81. Minute aber konnte er nicht mehr anders: Ganz allein, nach Paß von Thom, lenkte er den Ball zum 3:1 ins Netz.Michael Preetz: Als es nicht gut lief, war es wieder einmal Preetz, der den Kopf hinhielt zum 1:1. Auch bei seinem zweiten Tor wartete Preetz da, wo ein Stürmer warten muß. Nicht glänzend, aber effektiv und mit drei Treffern in der Torjägerliste auf Giovane Elbers Spuren. Der zwölfte Mann: Es war kalt, es war windig, es war dunkel. Kein idealer Termin für einen Familienbesuch. So waren unter den 44 901 Zuschauern vorwiegend Männer, die immerfort einen Frauennamen brüllten: Hertha. Scheint zu helfen.
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