Für das große ehemalige Militärgelände in Rangsdorf-Südwest bahnt sich offenbar eine Lösung an. Die Berliner Wohnungsbaugesellschaft "Gewobag", die schon einen Teil der insgesamt 173 Hektar großen Konversionsfläche bebaut, hat erneut "grundsätzliches Interesse" bekundet, das Areal zu kaufen. Die Gemeinde Rangsdorf (Teltow-Fläming) befürwortet diese Absicht. Erste Gespräche zwischen der Brandenburgischen Bodengesellschaft, die das Gebiet im Auftrag des Landes verwaltet, und der Gewobag sind bereits angekündigt. Bürgermeister Peter Gleich glaubt bei einem Verkauf an einen "Entwicklungsschub" für seine Gemeinde. Sie hätte es nötig: Mit dem Abzug der russischen Streitkräfte 1993 war rund ein Drittel der Fläche Rangsdorfs eine kontaminierte Brache, die niemand kaufen geschweige denn bebauen wollte. Mehrere Ausschreibungen des Bundes scheiterten. Auch die Gewobag hatte sich beworben, doch der Bund wies damals das Angebot als unzureichend zurück. "Dabei hätte man die Meinungsverschiedenheiten in Verhandlungen beseitigen können", sagt Gleich. Nach Meinung des Bürgermeisters verlor der Bund dann jedes Interesse an dem Areal, als klar wurde, dass hier keine Wohnungen für Bundesbedienstete würden gebaut werden können.Das Land übernahm daraufhin das Gelände und will es von der BBG verkaufen lassen. "Man hat uns versprochen, für die schnellstmögliche Vermarktung zu sorgen", sagt Gleich. Schließlich seui das Sorgenkind Rangsdorfs zugleich die zurzeit einzige ausgeschriebene GUS-Fläche des Landes ohne Käufer. "Wir haben immer das Konzept der Gewobag favorisiert", sagt Gleich. Daher habe man der BBG empfohlen, mit dem Berliner Unternehmen noch einmal zu verhandeln. Der Flächennutzungsplan des Orts sieht in der attraktiven Lage im Naturschutzgebiet am Rangsdorfer See Einfamilien- und Reihenhäuser vor. Auf der an die Eisenbahn angrenzenden Fläche der denkmalgeschützten Bücker-Flugzeugwerke soll ein Gewerbegebiet entstehen. Für Heinz-Jürgen Dräger vom Gewobag-Vorstand gibt es vor allem dabei noch Klärungsbedarf: "Gewerbegebiete bergen immer ein Risiko in sich. Das dürfen wir als gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft nicht eingehen." Dennoch könne man darüber verhandeln, wie über die Kontaminierung des Bodens und den Umgang mit den denkmalgeschützten Bücker-Werkhallen. Auch die Brandenburgische Boden hat bereits Verhandlungsbereitschaft signalisiert: "Wir stehen dem Ersuchen aufgeschlossen gegenüber", sagt BBG-Sprecherin Sonja Piorkowski. "Aber wir müssen das Konzept erst gründlich prüfen."Die Gewobag erwarb bereits im vergangenen Jahr 4,3 Hektar, auf denen sie 17,5 Millionen Mark investieren will. Seit September saniert sie die alte Siedlung der Bücker-Werke, zudem entstehen 48 Reihenhäuser zum freien Verkauf. Ein weiterer Investor plant ein privaten Gymnasiums auf dem Gelände des einstigen Aero-Klubs am Rangsdorfer See. "In der Regionalplanung des Landes steht Rangsdorf für Wohnen im Grünen", sagt Bürgermeister Gleich. Bis zum Jahr 2010, so hofft er, könne sich die Einwohnerzahl auf 12 000 nahezu verdoppeln. In Rangsdorf-Südwest sollen dann 2 500 Menschen leben.MILITÄRFLÄCHE Sportpilot Rühmann // Auf dem gut 170 Hektar großen Gebiet in Rangsdorf-Südwest wurde 1935 ein Flugplatz gebaut, der bis 1939 von Sportfliegern genutzt wurde unter anderen von Heinz Rühmann und Beate Uhse. Ab 1940 befand sich hier ein geheimer Luftwaffen-Stützpunkt.Nach Kriegsende bis zum Abzug der GUS-Truppen war in Rangsdorf-Südwest eines der größten sowjetischen Nachrichtenregimenter stationiert.In den nahen Bücker-Werken wurden Flugzeuge und Kriegsgüter produziert.
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