PARIS. Ungeachtet massiver Proteste hält Frankreich an seinem Plan fest, illegale Einwanderer aus Afghanistan in ihre Heimat abzuschieben. "Es wird Charterflüge geben", sagte Einwanderungsminister Eric Besson gestern dem Sender RMC. Die Zwangsabschiebungen sollten in Gruppenflügen gemeinsam mit den britischen Behörden organisiert werden. Allerdings müssten eine Reihe von Bedingungen erfüllt sein. "Wir müssen sicher sein, dass die Menschen bei ihrer Ankunft in Kabul in Sicherheit sind und Niederlassungshilfen erhalten", sagte Besson.Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hatte Frankreich am Montag in einer Eilentscheidung aufgefordert, auf die geplante Abschiebung von sieben Männern nach Afghanistan zu verzichten. Nach Angaben eines Sprechers machten die Flüchtlinge geltend, in Afghanistan drohten ihnen Folter und Misshandlung. Dem Beschluss zufolge soll Paris auf die Abschiebungen verzichten, bis der Gerichtshof eine Grundsatzentscheidung über die Beschwerden getroffen hat. Bereits im November 2008 hatten die Straßburger Richter die Abschiebung von elf Afghanen gestoppt. (AFP)
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