Asean-Gipfel

Gemeinsame Reserven: Asean plant Krisenmechanismus für Energieversorgung

Die Asean-Staaten reagieren auf die Blockade der Straße von Hormus. Offen bleibt, wie die Vorräte an Treibstoff verteilt, bezahlt und gelagert werden.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Beim 48. Asean-Gipfel in Cebu beschlossen die Mitgliedstaaten gemeinsame Treibstoffreserven und ein verbundenes Stromnetz.

Beim 48. Asean-Gipfel in Cebu beschlossen die Mitgliedstaaten gemeinsame Treibstoffreserven und ein verbundenes Stromnetz.

© Aaron Favila/AFP

Die südostasiatischen Asean-Staaten wollen wegen der Energiekrise infolge des Iran-Kriegs gemeinsame Treibstoffreserven aufbauen und ein Rahmenabkommen zur Energiesicherheit rasch in Kraft setzen. Das beschlossen die Staats- und Regierungschefs am Freitag bei ihrem Gipfel auf der philippinischen Insel Cebu, wie der amtierende Asean-Vorsitzende und philippinische Präsident Ferdinand Marcos mitteilte.

„Wir setzen uns dafür ein, die Idee zu fördern und weiterzuentwickeln, eine Reserve an Treibstoffen aller Art aufzubauen“, sagte Marcos laut der Nachrichtenagentur AFP. Alle Mitgliedstaaten seien sich einig, dass schnell gehandelt werden müsse. In ihrer Abschlusserklärung verlangten die Asean-Staaten zudem eine Wiederöffnung der Straße von Hormus, die seit den Angriffen der USA und Israels auf den Iran Ende Februar blockiert ist.

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem offenen Meer und gilt als eine der wichtigsten Transportrouten der Weltwirtschaft. Durch die Meerenge fließt unter normalen Bedingungen rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gasangebots. Auch Düngemittel und Pharmazeutika werden über diese Route transportiert. Etwa 80 Prozent der dort in Friedenszeiten transportierten Treibstoffe sind für Asien bestimmt. Die Region ist mit stark gestiegenen Kraftstoff- und Lebensmittelpreisen konfrontiert.

Stromnetz und neue Energiequellen

Wie die Reserve organisiert werden soll, ist nach Angaben von Marcos noch offen. Vor Journalisten räumte er ein, viele Detailfragen seien ungeklärt: „Wie funktioniert die Verteilung? Wer bekommt was? Wie wird bezahlt?“, zitiert ihn Reuters. Das Rahmenabkommen beruhe auf Freiwilligkeit und kommerziellen Vereinbarungen. Auch ob die Reserve zentral oder an mehreren Orten in der Region gelagert werde, sei nicht entschieden, berichtete die Nachrichtenagentur AP.

Zusätzlich billigten die Staats- und Regierungschefs laut AFP eine Initiative für ein Asean-Stromnetz, das die nationalen Netze verbinden und grenzüberschreitenden Stromhandel ermöglichen soll. Zum Krisenplan gehören auch mehr Lieferländer für Rohöl, die Förderung von Elektrofahrzeugen und die Prüfung neuer Technologien, darunter zivile Kernenergie.

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Marcos sagte laut AP vor den anderen Regierungschefs, der Iran-Krieg habe gezeigt, wie verwundbar Südostasien gegenüber Schocks von außen sei. Selbst bei einem schnellen Ende des Konflikts werde der Schaden an Infrastruktur und Lieferketten noch jahrelang zu spüren sein. Indonesiens Präsident Prabowo Subianto erklärte laut Reuters, die Engpässe bei der Energieversorgung würden nicht so bald nachlassen. Die Region müsse vorausschauend widerstandsfähiger werden.

Schwierige Abstimmung im Bündnis

Ein Hauptproblem ist nach Darstellung von Reuters die Abstimmung innerhalb des Bündnisses. Die elf Mitgliedstaaten – darunter die Philippinen, Indonesien, Vietnam, Thailand, Malaysia, Singapur und seit Oktober 2025 auch Osttimor – unterscheiden sich wirtschaftlich stark, eine zentrale Stelle zur Durchsetzung gemeinsamer Beschlüsse gibt es nicht.

Mehr als eine Million Bürger der Asean-Staaten leben und arbeiten im Nahen Osten. Die Erklärung ruft die Mitgliedsländer auf, sich zu deren Schutz enger mit internationalen Organisationen abzustimmen.

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