Kommentar

„Gen Z regelt“: Wenn die Revolution gerade auf TikTok stattfindet

Die Protestbewegung „Gen Z regelt“ will Deutschland aufrütteln, doch wird radikal unterwandert. Das hilft den politischen Zielen sicher nicht.

Patricia Hempel
Patricia Hempel
5 Min
Die modernen „Tribute von Panem“: Der Funke aus Frankreich soll überspringen.

Die modernen „Tribute von Panem“: Der Funke aus Frankreich soll überspringen.

© Erbil Basay/imago

Unter der Parole „Gen Z regelt“ mobilisieren junge Menschen derzeit für einen bundesweiten Protesttag am 31. Oktober. Die Gründe liegen auf der Hand: marode Schulen, steigende Mieten, soziale Ungleichheit, Wehrpflicht. Klar ist die Generation Z angepisst und stürzt sich mit Karacho in die Revolution, wenn sie schon für sie so bequem via Instagram und TikTok angezettelt wird. Jeden Tag kommen neue Städte hinzu, der Aufruf breitet sich aus wie ein Lauffeuer.

Was aus solch einem Aufruf werden kann, hat man in Frankreich gesehen. Auf dem offiziellen Gen-Z-regelt-Account wird, so gut es eben geht, deeskaliert. Hetzkommentare wie „Erst mal zu Gucci“ werden gelöscht.

In der offiziellen Ankündigung heißt es, dass der Protest friedlich ablaufen soll. Sogar eigene Mülltüten soll man mitbringen, denn Respekt und Glaubwürdigkeit verschafft man sich nur, wenn man so einen Protest sauber über die Bühne bringt. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, denn schon jetzt ist die Aktion von Leuten unterwandert, die richtig Lust auf Krawall haben – oder neue Turnschuhe wollen.

Werden Sie Teil des Ostablishments.

Sie haben bereits ein O+ Abo?

*