Eine neue Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Initiative D21 hat erhebliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz offengelegt. Die Ergebnisse haben die Forscherinnen am Donnerstag in Nürnberg vorgestellt.
Der Abstand zwischen den Geschlechtern bei der KI-Nutzung beträgt laut Analyse 16 Prozentpunkte. Werden Alter, Bildung und Haushaltseinkommen berücksichtigt, verringert sich die Differenz auf 13 Prozentpunkte. Das IAB bezeichnete diesen Unterschied als „groß und signifikant“. Wer KI einsetze, „steigert seine Effizienz, erweitert seine Handlungsspielräume und verbessert seine Karrierechancen, hieß es in der Mitteilung.
Für die Untersuchung wurden Daten vom Juli 2024 ausgewertet. Die Analysestichprobe umfasste 4806 Personen im Alter zwischen 14 und 69 Jahren.
Mark Zuckerberg lässt Mitarbeiterdaten für KI erfassen – Meta zeichnet Klicks und Eingaben auf
Studie: Deutsche skeptisch gegenüber Künstlicher Intelligenz
Größter Unterschied bei jungen Erwerbstätigen
Besonders ausgeprägt ist die Differenz bei den Jahrgängen 1996 bis 2010, der sogenannten Generation Z+. In dieser Altersgruppe nutzt nach Angaben des IAB die Hälfte der Männer KI intensiv, bei den Frauen ist es weniger als ein Drittel. „Gerade da, wo es um zukünftige Karrierechancen geht, ist der Gender AI Gap am größten“, erklärte IAB-Forscherin Carola Burkert.
IAB-Forscherin Katharina Diener verwies auf Parallelen zum Gender Pay Gap. Ohne gezielte Maßnahmen drohten sich „diese Muster ohne gezielte Intervention zu verfestigen“, sagte sie. Unternehmen sollten die KI-Nutzung „nicht dem Selbstlauf überlassen, sondern aktiv und flankiert durch Qualifizierungen“ etablieren.
Frauen profitieren von eigener Weiterbildung
Sowohl selbst initiierter als auch vom Arbeitgeber finanzierter Wissenserwerb erhöhe die Wahrscheinlichkeit einer KI-Nutzung deutlich, so das IAB. Ergriffen Beschäftigte selbst die Initiative, profitierten Frauen überdurchschnittlich: Ihre KI-Nutzung steige in diesem Fall um 15 Prozentpunkte, die der Männer um 8 Prozentpunkte.
Britta Matthes, Leiterin eines IAB-Forschungsbereichs, betonte, generell sei wichtig, „dass die Einführung von KI als nützlich für die Erledigung von unliebsamen Arbeitsaufgaben erlebt wird“. (mit epd)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]