Rolf Hilke formuliert manchmal etwas ungeschliffen. "Ich bin ein Rohdiamant", sagt der 37 Jahre alte Rechtsanwalt aus Fürstenwalde beispielsweise über sich. Das ist weder arrogant noch kokett gemeint. Es ist seine Art, darauf hinzuweisen, dass er neu in der Landespolitik ist. Der für ihn selbst überraschende Aufstieg begann im April, als er Generalsekretär der Brandenburger CDU wurde. Genauso abrupt könnte die Karriere auf dem Parteitag an diesem Sonnabend enden.Unter normalen Umständen wäre die Bestätigung des kommissarisch eingesetzten Generalsekretärs reine Formsache. Das alleinige Vorschlagsrecht hat der Vorsitzende, Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns. Der von seinem Stellvertreter und Gegenspieler Sven Petke dominierte CDU-Landesvorstand hat die Personalie abgesegnet. Doch in der intrigengeschüttelten märkischen Union ist nichts berechenbar. Der Machtkampf der verfeindeten Lager von Junghanns und Petke dauert an. Hilke ist vor dem Parteitag an diesem Wochenende zwischen diese Fronten geraten.Lange war Politik für Hilke nur Hobby: als Stadtverordneter in Fürstenwalde, als Vorsitzender der CDU im Landkreis Oder-Spree, auch noch als Beisitzer im Landesvorstand. Als ihm CDU-Chef Junghanns nach langer, erfolgloser Suche den Generals-Posten antrug, griff Hilke zu. Dabei, das sagt er offen, habe er auch eine Landtagskandidatur im Blick.Unlängst hat Hilke den populären SPD-Ministerpräsidenten Matthias Platzeck einer "Placebo-Kandidatur" geziehen, weil der sich statt Potsdam nun die strukturschwache Uckermark als neuen Wahlkreis ausgeguckt hat. Daraufhin wurde Hilke im CDU-Vorstand heftig getadelt. Am Ende war nicht mehr klar, ob die Kritik wirklich dem Generalsekretär galt oder auf eine weitere Demontage des glücklosen CDU-Chefs zielte.So ähnlich ist das mit der geplanten Wahl Hilkes. Seit der Frust über den wenig charismatischen, führungsschwachen Vorsitzenden seine eigenen Anhänger erreicht hat, wird in der CDU darüber schwadroniert, dass der Parteitag die letzte Chance wäre, Junghanns rechtzeitig vor den nächsten Wahlen loszuwerden. Ließe die Basis Hilke durchfallen, müsste der Vorsitzende wohl zurücktreten. Allerdings hat Junghanns erst jüngst klargestellt, dass er im Amt zu bleiben gedenkt. Und sein General erklärte: "Dass es so hart wird, hätte ich mir nicht träumen lassen." Aber er werde sich durchbeißen.------------------------------Foto: Rolf Hilke, Generalsekretär der CDU Brandenburgs
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