Im Bierbaum 3, einer der letzten verbliebenen Kneipen im Schillerkiez, sitzt am Nachmittag ein Mann mit langen grauen Haaren an einem Holztisch und raucht. Er trinkt ein Schluck von seinem Schultheiss und sagt: „In den letzten Jahren ist hier alles nur schlechter geworden.“ Er wolle aber nicht weiter darüber sprechen. „Sonst krieg ich so’n Hals“. Er starrt aus dem Fenster auf die verregnete Schillerpromenade, als sehne er sich in eine andere Zeit zurück. Doch was meint er damit, dass früher hier alles besser war?
Der Schillerkiez in Neukölln, ein kleiner Bereich zwischen Mahlower Straße und Leinestraße, zwischen Hermannstraße und Tempelhofer Feld, ist ein umkämpfter Ort. Hier konzentrieren sich die in Berlin omnipräsenten Konflikte über bezahlbaren Wohnraum, Lebensqualität für alle und die Frage nach dem richtigen Umgang miteinander auf wenigen Quadratkilometern – und das nicht erst seit kurzem.
Neukölln
„Die Zugezogenen kommen her und beschweren sich“ – Stimmen aus dem Neuköllner Schillerkiez
Der Schillerkiez ist zum Symbol für die Gentrifizierung in Berlin geworden. Wie geht es den Menschen dort? Eine Spurensuche.
Johann Voigt
11 Min
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Im Schillerkiez konzentrieren sich die in Berlin omnipräsenten Konflikte um bezahlbaren Wohnraum und Verdrängung auf wenigen Quadratkilometern.
© Markus Wächter/Berliner Zeitung
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