Energie

„Genug für 15 Jahre“: Iran meldet riesiges neues Gasvorkommen

Ein gewaltiger Gasfund im Südiran könnte die Energieversorgung des Landes langfristig stärken. Wann könnte die Förderung beginnen?

3 Min
Irans Ölminister Mohsen Paknejad informierte über einen Gasfund im Iran

Irans Ölminister Mohsen Paknejad informierte über einen Gasfund im Iran

© Noushad/imago

Der Iran hat im Süden der Provinz Fars offenbar ein Erdgasvorkommen mit mehr als 200 Milliarden Kubikmetern entdeckt. Nach Angaben von Ölminister Mohsen Paknejad könnten davon mehr als 160 Milliarden Kubikmeter gefördert werden.

Paknejad sprach am Sonntag im iranischen Staatsfernsehen von den neuen Gasreserven. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP umfasst das Vorkommen ihm zufolge rund 200 Milliarden Kubikmeter. Auf Grundlage der geschätzten Förderquote könnten davon mehr als 160 Milliarden Kubikmeter gewonnen werden. Die Angaben Paknejads lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

Der mutmaßliche Fund kommt in einer für den iranischen Energiesektor schwierigen Phase: Der seit Monaten andauernde Krieg mit den USA und Israel hat auch Energieanlagen des Landes getroffen.

Neues Gasfeld soll langfristig zur Versorgung beitragen

Der Fund bedeutet allerdings keine kurzfristige Entlastung für den iranischen Energiemarkt. Nach Angaben von Bloomberg dürfte es jedoch noch mehrere Jahre dauern, bis aus dem neuen Feld tatsächlich Gas gefördert werden kann. Paknejad kündigte an, die Erschließung zu beschleunigen.

Bei vollständiger Entwicklung könnte das Feld ihm zufolge mehr als 280 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag liefern und rund 15 Jahre lang betrieben werden. Auf ein Jahr hochgerechnet entspricht das gut 100 Milliarden Kubikmetern – ungefähr der Größenordnung des jährlichen deutschen Erdgasverbrauchs. 

Damit würde die neue Lagerstätte zwar die langfristigen Gasreserven des Landes erweitern, die derzeitigen Probleme der iranischen Energieversorgung lassen sich dadurch jedoch nicht unmittelbar lösen. Für die Erschließung des Feldes sind zunächst Investitionen und der Aufbau der notwendigen Förderinfrastruktur erforderlich.

Energieinfrastruktur im Iran durch Krieg beschädigt

Die Entdeckung fällt in eine Phase, in der die iranische Energiebranche bereits erheblich unter Druck steht. Im Verlauf des Krieges wurden nach Angaben internationaler Medien Anlagen der iranischen Öl- und Gasindustrie angegriffen. Die Schäden beeinträchtigen die Produktion, während gleichzeitig Sanktionen den Zugang des Landes zu internationalen Märkten und Investitionen erschweren.

Die Bedeutung des neuen Fundes liegt deshalb vor allem in der Perspektive, die er für die iranische Energieversorgung eröffnet. Iran verfügt bereits über sehr große Erdgasvorkommen, hat aber Schwierigkeiten, diese vollständig zu erschließen und die vorhandenen Produktionskapazitäten aufrechtzuerhalten.

Der neue Fund dürfte sich daher zunächst kaum auf das internationale Gasangebot auswirken. Entscheidend wird sein, wann der Iran das mutmaßliche Vorkommen tatsächlich erschließen und die angekündigte förderbare Menge produzieren kann.

Trotz der zwischenzeitlichen Waffenruhe und internationaler Vermittlungsbemühungen bleiben die politischen Fronten im Iran-Krieg verhärtet. Eine nachhaltige Vereinbarung zur Beendigung der Auseinandersetzungen mit den USA ist derzeit nicht absehbar.

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