In Erfurt hat heute ein umfangreiches Messprojekt begonnen, das klären soll, ob die im Untergrund gespeicherte Wärme ausreicht, um Tausende Haushalte mit Heizenergie zu versorgen. Dafür wurden mehr als 12.000 Messsonden im Stadtgebiet aufgestellt, die über einen Zeitraum von acht Wochen Daten sammeln sollen.
Ziel der Untersuchung ist es, ein dreidimensionales Modell der geologischen Strukturen bis in eine Tiefe von sieben Kilometern zu erstellen. Anhand dieses Abbilds lässt sich beurteilen, ob und wo die Bedingungen für die Nutzung von Geothermie – also der natürlichen Wärme im Erdinneren – geeignet sind.
Erstes Geothermie-Kraftwerk geplant
Die Stadt Erfurt verfolgt mit dem Vorhaben ehrgeizige Pläne: Langfristig sollen bis zu 48.000 Haushalte mit Wärme aus der Tiefe versorgt werden. Damit würde in Erfurt das erste Geothermie-Kraftwerk in Mitteldeutschland entstehen. Bei einem solchen Kraftwerk wird heißes Wasser oder Dampf aus tiefen Gesteinsschichten an die Oberfläche gefördert und die darin enthaltene Wärmeenergie zum Heizen genutzt.
Die Messergebnisse der kommenden Wochen werden entscheidend dafür sein, ob das Projekt in die nächste Planungsphase übergehen kann. Geothermie gilt als weitgehend klimaneutrale Energiequelle, die unabhängig von Wetter und Tageszeit verfügbar ist – im Gegensatz etwa zu Solar- oder Windenergie. Für Erfurt könnte sie damit ein zentraler Baustein der kommunalen Wärmewende werden.
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