Kolumne

35 Jahre nach der Wende: Diese Liga ist ein Spiegelbild des Ost-Fußballs

23 Meistertitel und volle Ränge: Die Regionalliga Nordost bietet echten Kult. Warum das Duell der Traditionsvereine für Faszination und Probleme sorgt.

Andreas Baingo
5 Min
Ex-Union-Trainer Marco Grote soll den FC Carl Zeiss Jena in die Dritte Liga führen.

Ex-Union-Trainer Marco Grote soll den FC Carl Zeiss Jena in die Dritte Liga führen.

© Bild13/Imago

Diese Zahlen, vereint in einer Liga, darf man sich ruhig auf der Zunge zergehen lassen: 23 – nicht irgendwelche, sondern – nationale Meisterschaften, 19 Pokalsiege, 283 Spiele in europäischen Cup-Wettbewerben, dazu jede Menge Nationalspieler, die von diesen Vereinen ausgebildet worden sind. Nicht inbegriffen die drei Meistertitel, sieben Pokalsiege und 72 Spiele des 1. FC Magdeburg in Europa, weil hier nur die Zweite der Bördestädter mitspielt.

Damit ist das Dilemma jedoch schon benannt. Denn diese Bilanz stammt nicht von heute und nicht von gestern, nicht einmal von vorgestern und es ist auch nicht die der zurückliegenden Jahre. Sie hat sich seit Jahrzehnten nicht verändert und sie macht nicht einmal kleinste Anstalten des Aufhübschens. Es ist die Bilanz einer Spielklasse, die vor 35 Jahren an ihr Ende gekommen war und einst DDR-Oberliga hieß. Es ist eine Bilanz für die Ewigkeit und trotzdem eine Erinnerung an goldene Zeiten.

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