Gesetze gelten nun auch für die Pop-Diva

Abini Zöllner
2 Min

Das Drehbuch schien schon geschrieben. Madonna, 50, hatte einen "Herzenswunsch": die kleine Chifundo Mercy James, 4, aus Malawi. Am Freitag wollte sie das Mädchen offiziell adoptieren. Dieser Film lief schon einmal: 2006 nahm Madonna den kleinen David mit nach London. Damals hatte sie sich keineswegs 18 Monate in Malawi aufgehalten, wie es die Gesetze dort vorschreiben, sondern eher flott den Jungen als ihren Sohn besetzt - obwohl erst 2008 die Adoption überhaupt rechtskräftig wurde. Drei Millionen Dollar soll ihr die "Gage" wert gewesen sein. Nun wollte sie Chifundo. Doch das malawische Oberlandesgericht lehnte ihr Begehren ab: weil die elterliche Fürsorge nicht gegeben sei - denn Madonna ist geschieden und alleinerziehend.Das überraschte. Gerade noch hatte Malawis Frauenministerin Anna Kachikho erklärt: Ein adoptiertes Kind sei "ein Mund weniger, den wir füttern müssen".Trotz allem geriet Madonnas Akt der Menschlichkeit zur Gönnergeste. Nicht, dass sie es tat, sondern wie sie es tat, war unbehaglich. Hilfsorganisationen warfen ihr vor, sie habe mit ihrem Status wie ein Tyrann die Adoption vorangetrieben. Als sei sie auf Shoppingtour. Tatsächlich wirkte es, als fehlte der Trendsetterin, die in einer 2 800-Dollar-Chanel-Kombination anreiste, nur noch eines in ihrer Kollektion: das kleine Schwarze, das auf den Namen Chifundo hört.Rücksichtsloses Material-Girl oder mütterliche Wohltäterin? David hat einen Vater, Chifundo eine Großmutter und einen Onkel. Die Angehörigen wehrten sich anfangs gegen die Adoptionsbegehren. Warum blieb Madonna so energisch? Warum mussten es unbedingt diese Kinder sein? In einem Land mit mehr als einer Million Waisen!Aids, Analphabetismus, Hunger, Armut: Es ist richtig, ein Kind davor zu retten. Humanitäre Organisationen aber setzen eher auf Hilfe zur Selbsthilfe, unterstützen lieber vor Ort - damit die Menschen bei ihren Familien und Wurzeln bleiben können.Malawi ist eines der ärmsten Länder Welt. Unbekannt wie Burkina Faso. Madonnas Verdienst ist es, dass sich die Augen der Welt nach Afrika richten. Aber was sieht die Welt? In der Hauptrolle eine Diva, die mit enormer Benefizaggressivität über das Land hereinbricht. Und in der Nebenrolle einen Staat, der seine eigenen Gesetze nicht zu kennen und überfordert scheint. Doch nun hat Malawi endlich die Regie übernommen.------------------------------Madonna, Popstar, scheitert mit ihrem Adoptionsantrag.

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