Mit den Schauen von C.Neeon und Felder-Felder ging gestern die vierte Fashion Week Berlin zu Ende. Mit 25 Schauen gab es so viele wie noch nie, 18 000 Besucher wurden am Bebelplatz gezählt. Außerdem fanden mit der Premium und der Projektgalerie zwei Messen statt. Gezeigt wurden Männer- und Damenkollektionen, Tragbares und Haute Couture. Ein Rückblick.------------------------------Die ungewöhnlichste Präsentation: Der deutsche Designer Bernhard Willhelm hat im Postbahnhof keinen Laufsteg, sondern eine Installation unter dem Titel "Meet and Greet im Skigebiet" aufgebaut. Zwischen Saurierskelett und Plastikpferd präsentierten tätowierte Models mit Glitzerbärten knallige Herrenmode. Sie schaukelten mit Skiern über den Besuchern, von denen einige Männer so avantgardistisch gekleidet waren, dass man sie für einen Teil der Präsentation halten konnte.Die schlimmste Modesünde: Michael Michalsky schickte doch tatsächlich Männer in weißen Tennissocken über den Catwalk. Und die wurden dann auch noch über (!) der Hose getragen.Die spektakulärsten Roben: Bei Guido Maria Kretschmer glitzerte es, was das Zeug hielt. Seine Roben mit Pelz und Samt, Pailletten und Steinchen waren wunderschön - aber nicht ganz so spektakulär wie das, was Scherer Gonzales zuvor gezeigt hatten: Haute Couture vom Feinsten. Die Kleider waren so opulent, dass Top-Model Toni Garrn von einem Mann über den Laufsteg geführt wurde, der bei der Schleppe half.Die überraschendste Show: Bei Kaviar Gauche hatten alle Models das Gleiche an, nämlich so gut wie nichts. Bekleidet mit Colliers aus langen Fäden und Slip zeigten sie die Handtaschen des Labels. Die Gäste waren irritiert - und manche auch enttäuscht.Die größten Trends: So unterschiedlich die Kollektionen waren, enge Lederhosen sah man häufig bei Männern wie Frauen, außerdem waren Fransen beliebt und eins ist sicher: Der nächste Winter wird ziemlich glänzend.Der König der ersten Reihe: Die vorigen Jahre saß meist Wirtschaftssenator Harald Wolf in der ersten Reihe. Dieses Mal kam der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit selbst und bereicherte die Front Row so häufig wie kein anderer Prominenter - immer platziert neben schönen Blondinen wie Top-Model Julia Stegner.Der am schlechtesten gekleidete Promi: Sarah Connor besuchte die Michalsky-Show und wie es sich gehört trug sie ein Kleid des Designers. Das sah auf dem Laufsteg im Sommer auch wirklich schön aus. Doch Connor stand es leider überhaupt nicht. Sie sah darin aus wie schwanger und ihre Tattoos am Rücken machten die Sache nicht besser.Das teuerste Kleid: Dafür, dass es 100 000 Euro kosten soll, sah das Kleid von Lac et Mel ziemlich schlicht aus, trotz der über 2 000 Diamanten, die in wochenlanger Arbeit auf 400 Edelstahlplättchen auf schwarzen Taft gebracht wurden. Die Roben anderer Designer waren effektvoller - und billiger.Die musikalischsten Schauen: Live-Musik gab es bei dieser Modewoche so häufig wie nie zuvor. Eastpak präsentierte Taschen und Klamotten zu Polarkreis 18, bei Kilian Kerner begann die Show mit einem live gesungenen Song von Splinter X, bei Strenesse Blue trat Jazz-Trompeter Till Brönner auf.Die schönste Frau: Julia Stegner überragte alle um Haupteslänge, sie sah in jedem Outfit umwerfend aus und ihr Lächeln verzauberte alle. Ein schöneres Gesicht hätte die Fashion Week kaum haben können.Die beste Party: Bei Michalsky, der im Stadtbad Oderberger Straße feierte, war der Andrang so groß, dass viele trotz Einladung nicht eingelassen wurden. Die Party ging bis in die Morgenstunden - obwohl die Bar schon gegen zwei Uhr fast leer war. Zu essen gab es nichts - das erste Zeichen der Wirtschaftskrise?Die originellste Goodie-Bag: Bei vielen Schauen finden die Gäste der ersten Reihen eine Tasche auf ihrem Sitz, manchmal gibt es die Goodie-Bag auch beim Verlassen der Aftershowparty. Mal ist Haargel drin, mal Antifaltencreme, auch Energydrinks und ein Parkscheinhalter wurden gesichtet. Am originellsten war der Inhalt der Tasche, die es bei Kilian Kerner gab: goldene Boxhandschuhe mit der Aufschrift "Stopp den Fashionwahnsinn".------------------------------Foto: Eine Robe aus goldschillerndem Samt präsentierte Guido Maria Kretschmer - an einem Model mit Rundungen.------------------------------Foto: Ein rosa Cocktailkleid von Kilian Kerner (l.) und ein schwarzes Abendkleid von Lac et Mel - für 100 000 Euro.------------------------------Foto: Aufsehen erregend: die Mode-Performance von Bernhard Willhelm im Postbahnhof.------------------------------Foto: (6) Nicht nur auf die Kleider kommt es an, deshalb haben vor allem Scherer Gonzalez, H.Xan Koca und Guido Maria Kretschmer ihre Models auch auf dem Kopf herausgeputzt. Tragen soll das allerdings keiner - es dient der Show.
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