Ein gelblicher Schleier legte sich wie Fett auf die Lungen und hinterließ den Geschmack von Chemie auf der Zunge. Wer im sächsischen Braunkohleveredelungswerk Espenhain arbeitete, trug den Qualm der Schwelerei tief unter der Haut. „Obwohl wir nach der Schicht stundenlang geduscht haben, stank es im Pendlerbus unerträglich nach Schwefel“, erinnert sich Klaus-Dieter Wolf (83), der einstige Leiter der betriebseigenen Anschlussbahn. „Der Geruch bezwang jede Seife. Manche Kumpel schliefen nicht mal im Ehebett, weil die Frauen diesen schweren Gestank nicht aushielten.“
Bergbau
Gestohlene Rente: Wie der Staat DDR-Bergleute um ihre Lebensleistung betrog
Bergleute opferten in DDR-Schwelereien ihre Gesundheit für eine versprochene Zusatzrente. Nach der Wende wurde ihnen diese klammheimlich gestrichen.
Alexander Schumann
12 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Aberkannte Zusatzrente: Die ehemaligen Bergleute Arthur Hänel (l.) und Günter Freitag vor der einstigen Schwelerei Witznitz bei Espenhain.
© Alexander Schumann für Ostdeutsche Allgemeine
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*