Gestohlener Wagen wurde in Altlandsberg völlig ausgebrannt sichergestellt / Noch keine heiße Spur

Raubmörder zündeten ihr Fluchtauto an

Lutz Schnedelbach
3 Min

Einen Tag nach dem Mord an einen Geldtransporteur der Firma Brinks hat die Polizei am Sonnabend früh das Fluchtauto der drei Täter sichergestellt. Es ist ausgebrannt. Anwohner hatten in der brandenburgischen Ortschaft Altlandsberg gegen fünf Uhr dicken, schwarzen Rauch über dem Stadtpark bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Schnell stand fest, dass das Auto auf der bundesweiten Fahndungsliste ganz oben steht. Die gestohlenen Kennzeichen hingen noch am Auto. Polizisten bezweifeln jetzt, dass im Wrack des Audi A6 noch brauchbare Spuren zu finden sind, die zu dem Mörder und seinen beiden Komplizen führen. Es sehe so aus, als hätten die Flammen alle Spuren vernichtet, sagten Polizisten gestern. Offenbar haben die Täter kanisterweise Benzin in den Wagen gegossen und dann angezündet.Von den drei Tatverdächtigen hat die Polizei noch keine Spur. Mittlerweile schließen die Ermittler nicht aus, dass die drei Verbrecher aus Brandenburg kommen. Dafür spreche der nahe an der Stadtgrenze gelegene Tatort, die Flucht über die Autobahn zum Kreuz Spreeau sowie der angezündete Wagen in Altlandsberg. Die Männer hatten, wie berichtet, am Freitag gegen 1.50 Uhr die Geldtransporteure an einer Sparkassenfiliale am Hultschiner Damm in Mahlsdorf überfallen und dabei den 40-jährigen Michael M. erschossen. Seine beiden Kollegen blieben unverletzt. Die Räuber stahlen vier Geldkassetten und flüchteten in einem Audi A6, der in der Nacht zum Donnerstag in der Stillen Straße in Niederschönhausen gestohlen worden war. Ursprünglich war der Kombi unter dem Kennzeichen aus Neustadt an der Aisch registriert. Das schien den Tätern jedoch zu auffällig, vermuten Polizisten. Deshalb fuhren sie durch die Stadt und suchten nach einem Audi A6, um die Nummernschilder auszutauschen. In der Friedrichshaller Straße in Schmargendorf hatten sie in derselben Nacht Erfolg und schraubten zwei Berliner Kennzeichen von einem A6 ab.Am Wochenende besuchten Freunde, Bekannte und Kollegen von Michael M. den Ort, an dem der Wachmann, der Vater eines zwanzigjährigen Sohnes war, erschossen wurde. Sie legten Blumen nieder und entzündeten Kerzen. Sie seien fassungslos über die Brutalität, sagen auch Leute aus dem Kiez.Die Polizei hat inzwischen eine spezielle Ermittlungsgruppe zusammengestellt, der sechs Fahnder angehören. Sie hoffen auf Zeugen, die die Täter gesehen haben. Unklar ist weiterhin, wie viel Geld die Täter erbeutet haben. Fest steht dagegen, dass ein Zwischenfall in der Nacht zum Sonnabend nicht, wie zunächst angenommen, mit dem Mord in Mahlsdorf zusammenhängt. Drei Insassen eines Audis waren in Rudow vor der Polizei geflüchtet, die das Auto kontrollieren wollte. Später wurde der Wagen am Ostbahnhof gesehen und sollte dort gestellt werden. Doch der Fahrer konnte entkommen, obwohl zwei Beamte auf den Audi schossen, um ihn zu stoppen. Später stellte sich heraus, dass das Auto ein Audi 80 ist und kein A6, wie im Mordfall von Mahlsdorf.------------------------------Foto: Die Reste des Audi A 6. Die Flammen haben vermutlich alle brauchbaren Spuren vernichtet.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner