Die seit Tagen vorbereitete Bergung des in der Kirchsee bei der Insel Poel festsitzenden Buckelwals soll nach Angaben des beteiligten Tauchunternehmers Fred Babbel am Dienstag gegen 6 Uhr starten. Am Montagmorgen übernahm der Schlepper „Robin Hood“ die für den Transport vorgesehene Barge. Eine private Initative ist mittlerweile für die Rettung des Tier verantwortlich.
Das Gespann wurde am Nachmittag im Wismarer Seehafen erwartet, eine genaue Ankunftszeit nannte Babbel im Gespräch mit dem Focus nicht. Faktoren wie der Wellengang könnten die Geschwindigkeit beeinflussen.
Private Initiative will Wal retten
Vor der Verladung sind noch Umbauten an der Barge nötig. „Die Schott wird demontiert, abgenommen und gegen ein Netz ausgetauscht, damit der Wal immer Frischwasser hat“, erklärte Babbel. Zusätzlich sollen eine Folie und Sandsäcke ausgelegt werden, um das Tier zu stabilisieren. Für den Transport in dieser Form sei eine Genehmigung zur Sondernutzung eingeholt worden.
Der technische Leiter der privaten Transportinitiative, Felix Bohnsack, erläuterte das Konzept: Die Barge misst 50 Meter in der Länge und 13 Meter in der Breite, sie hat eine Ladekapazität von 400 Tonnen. Über Wassertanks an den Seiten lässt sie sich absenken und anheben. Der Innenraum bietet rund 47 mal 11 Meter Platz, der Ladetiefgang beträgt vier Meter.
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Durch eine zuvor angelegte Rinne soll die Barge mit der Ladeöffnung an den Wal herangeführt werden. Unter das Tier wird laut Bohnsack eine durch ein Netz gehaltene Plane geschoben. „Es bildet sich erst ein U um den Wal herum, so dass er quasi erstmal nach rechts und links sich nicht wirklich mehr drehen kann. Und dann ziehen wir die Front einmal hoch, damit sich so eine Art Lippe bildet.“ Das solle verhindern, dass der Wal nach vorne wegschwimmt.
Anschließend werde der Wal rückwärts „reingefloatet“, wie Bohnsack es nennt, und solle die Barge später wieder vorwärts verlassen können. Die Ladeöffnung bleibt offen und wird mit einem engmaschigen Netz gesichert, damit sich das Tier nicht verletzt und im Notfall schnell freigelassen werden kann. Auch ein konstanter Wasseraustausch müsse gewährleistet sein.
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Wenn am Dienstagmorgen alles wie geplant verläuft, soll das Verladen rund zwei bis drei Stunden dauern. Geplant ist, dass die Barge anschließend von einem Schiff gezogen Fehmarn passiert und bis zum dänischen Skagen am Eingang der Nordsee gebracht wird. Dafür sind nach Angaben Bohnsacks dreieinhalb Tage vorgesehen. Am Ziel werde der Zustand des Tieres erneut bewertet. Bohnsack selbst will den Wal auf der Reise begleiten, laut Plan sollen zudem Veterinäre beziehungsweise Wal-Experten mitfahren.
Innerhalb der Initiative gibt es nach dem missglückten Versuch Vorwürfe. Verschiedene noch beteiligte oder bereits ausgeschiedene Teammitglieder beschuldigten sich gegenseitig, bei der Aktion am Montag falsch gehandelt zu haben, hieß es in einem Bericht. Details zu den Konflikten innerhalb des Teams nannte die Initiative zunächst nicht. (mit dpa)
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