Rund um das Thema Cholesterin halten sich hartnäckig Fehlannahmen, die einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhalten. Ein Überblick über vier verbreitete Mythen zeigt, wo die Forschung tatsächlich steht.
Der Körper benötigt das Lipid Cholesterin unter anderem für den Aufbau von Zellmembranen. Laut der Deutschen Herzstiftung produziert der Organismus rund 80 Prozent des benötigten Cholesterins selbst, nur ein kleinerer Anteil stammt aus der Nahrung. Gesundheitlich problematisch wird die Substanz erst dann, wenn zu viel sogenanntes LDL-Cholesterin – das „schlechte“ Cholesterin – die Blutgefäße schädigt und so das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.
Statine sind besser erforscht als gefürchtet
Auch die Sorge, Statine seien gefährlicher als ein erhöhter Cholesterinwert selbst, lässt sich entkräften. Die Medikamente zählen zu den am gründlichsten untersuchten Wirkstoffen zur Senkung erhöhter LDL-Werte bei Patienten mit gesteigertem Herz-Kreislauf-Risiko.
Eine im Fachmagazin The Lancet veröffentlichte Meta-Analyse kommt zu dem Schluss, dass die in Beipackzetteln und Medienberichten genannten Risiken häufig überzeichnet sind und nicht dem aktuellen Forschungsstand entsprechen. Nur ein kleiner Teil der gelisteten Nebenwirkungen lasse sich tatsächlich kausal auf Statine zurückführen, und auch diese träten selten auf.
HDL ist nicht automatisch „gut“
Auch die pauschale Warnung vor Eiern als Cholesterin-Treiber greift zu kurz. Der Körper steuert seinen Cholesterinhaushalt zu großen Teilen selbst, wobei die genetische Veranlagung eine zentrale Rolle spielt, wie gut diese Regulation gelingt. Die Ernährung bleibt zwar ein relevanter Faktor, ist aber bei weitem nicht der einzige Hebel.
Die gängige Einteilung in „gutes“ HDL- und „schlechtes“ LDL-Cholesterin gilt heute als zu vereinfacht. Für LDL ist der Befund vergleichsweise klar: Das Partikel transportiert Cholesterin im Blut zu den Gefäßen, wo es zu Ablagerungen und Verkalkungen beitragen kann.
Beim HDL, das überschüssiges Cholesterin abtransportieren soll, ist die Lage komplexer. Lange galten hohe HDL-Werte als gesundheitlich vorteilhaft. Neuere Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass sehr hohe HDL-Werte langfristig sogar mit einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko verbunden sein können.
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