Gesundheitsreform

Gesundheitsreform: Ärzte rechnen mit Millionen weniger Arzttermine

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung spricht von drastischen Folgen des geplanten Spargesetzes im Gesundheitswesen. Hausärzte und Pädiater müssten ihr Angebot deutlich zurückfahren.

2 Min
Die Kassenärzte sprechen von 46 Millionen ausfallenden Behandlungen durch das Sparpaket.

Die Kassenärzte sprechen von 46 Millionen ausfallenden Behandlungen durch das Sparpaket.

© Daniel Vogl

Durch die geplanten Sparmaßnahmen der Bundesregierung im Gesundheitswesen wären im kommenden Jahr nach Berechnungen der Kassenärztlichen Vereinigungen rund 46 Millionen Behandlungsfälle nicht mehr finanziert. Das geht aus einem Papier der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervor, wie RND berichtet.

Konkret könnten Hausärzte und Allgemeinmediziner, die im Quartalsdurchschnitt bislang 984 Patienten versorgten, künftig nur noch 892 Fälle behandeln. Bei Kinderärzten würde die maximale Patientenzahl rechnerisch von 1189 auf 1124 zurückgehen.

KBV-Chef Andreas Gassen sprach gegenüber der Bild von einem „heckenschnittartigen Spargesetz". Sollte das Gesetz in der derzeitigen Form beschlossen werden, müssten die Kassenärztlichen Vereinigungen das ambulante Leistungsangebot reduzieren. Schon jetzt würden viele Untersuchungen und Behandlungen nicht vergütet, heißt es in dem Papier. Über 40 Millionen Termine erbrächten Fachärzte bereits ohne Bezahlung.

Sparpaket soll Kassen 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlasten

Das Bundeskabinett hatte Ende April das Sparpaket für das Gesundheitswesen auf den Weg gebracht, das noch von Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden muss. Mit ihm soll der stetige Anstieg der Krankenkassenbeiträge gestoppt werden, über den die wachsenden Kosten im System bislang aufgefangen wurden. Die gesetzlichen Krankenkassen sollen 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlastet werden – das übersteigt leicht das erwartete Defizit von 15,3 Milliarden Euro.

Vorgesehen sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und der Pharmabranche, aber auch höhere Zuzahlungen für Medikamente, höhere Beiträge für Gutverdienende sowie Einschränkungen bei der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern. Bei Ärzten und Kliniken sollen die Vergütungsanstiege begrenzt werden, in den Praxen sollen mehrere Extra-Zahlungen entfallen.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Nach Angaben der KBV stehen durch die Kürzungen rund 2,7 Milliarden Euro weniger für die ambulante Versorgung gesetzlich Versicherter zur Verfügung.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner